Fr, 15. Dezember 2017

E-Mail beweist:

01.04.2015 09:19

Lufthansa wusste von Depressionen des Co-Piloten

Der Co-Pilot der abgestürzten Germanwings-Maschine hat die Lufthansa bereits im Jahr 2009 als Flugschüler über eine "abgeklungene schwere depressive Episode" informiert. Das teilte das Unternehmen am Dienstag in einer Erklärung mit. Darin heißt es, dass der Konzern der Staatsanwaltschaft Düsseldorf nach weiteren Recherchen zusätzliche Unterlagen übergeben habe.

Unter den Dokumenten befindet auch der E-Mail-Verkehr des Co-Piloten mit der Verkehrsfliegerschule. In diesem sei von der Erkrankung die Rede gewesen, hieß es in der Lufthansa-Mitteilung.

Der 27-jährige Andreas Lubitz hatte am 24. März einen Airbus der Lufthansa-Tochter Germanwings mit insgesamt 150 Menschen an Bord gegen ein Felsmassiv gesteuert. Bereits bekannt war, dass Lubitz während seiner Ausbildung in der Verkehrsfliegerschule eine Unterbrechung von mehreren Monaten gehabt hatte. "Im Anschluss wurde dem Co-Piloten die erforderliche ärztliche Flugtauglichkeit bestätigt", hieß es in der Lufthansa-Mitteilung.

Bergung der Opfer beendet
Am Unglücksort in den südlichen französischen Alpen arbeiteten auch eine Woche nach dem Absturz Experten und Hochgebirgspolizisten unter Hochdruck. Die Bergung der Toten wurde am Dienstagabend beendet. Es gebe keine Leichen mehr am Absturzort, teilte die Gendarmerie in Seyne-les-Alpes mit. Am Mittwoch würden Einsatzkräfte zu dem Ort aufsteigen, um die persönlichen Gegenstände einzusammeln.

Bis Ende der Woche könnten alle 150 Opfer identifiziert sein. Frankreichs Präsident Francois Hollande sagte am Dienstag, dies werde "dank der DNA-Proben" möglich sein. Experten hatten zuvor mit einem deutlich längeren Zeitraum gerechnet. Nach der Blackbox mit den technischen Daten der Maschine wird immer noch gesucht.

Inzwischen sind rund 450 Familienangehörige und Freunde der Opfer in die Unglücksregion gereist. "Die Familie des Co-Piloten ist nicht gekommen", erklärte die Präfektin des Departements Alpes-de-Haute-Provence, Patricia Willaert. Für Ostern seien die Helfer verstärkt mobilisiert, weil wegen der Ferien mit vielen Angehörigen gerechnet werde.

Berichte über Video dementiert
Die Gendarmerie hat Berichte der "Bild"-Zeitung sowie des französischen Magazins "Paris Match" dementiert, wonach ein Video über die letzten Augenblicke an Bord der Germanwings-Maschine vor dem Absturz aufgetaucht sei. Ein Sprecher bezeichnete entsprechende Angaben als "vollkommen falsch". Bereits zuvor hatte der Marseiller Staatsanwalt Brice Robin auf Anfrage erklärt, er wisse nichts von einem solchen Fund. Es seien eine Reihe von Handys gefunden worden, die noch ausgewertet würden. Sie seien aufgrund des Aufpralls aber in einem sehr schlechten Zustand.

Auf der Website von "Paris Match" hieß es, auf dem nur wenige Sekunden dauernden verwackelten Video seien keine Menschen zu erkennen, aber "Oh, mein Gott!"-Rufe in mehreren Sprachen zu hören. "Paris Match" und "Bild" zufolge stammt das Video von einem am Absturzort gefundenen Handy.

Handys werden erst ausgewertet
Der Vertreter der Gendarmerie, Jean-Marc Menichini, bestritt die Angaben in einem Interview mit dem US-Nachrichtensender CNN. Die Ermittler hätten die am Absturzort gefundenen Handys demnach noch nicht ausgewertet. Die Geräte würden im Zuge weiterer Untersuchungen an ein spezialisiertes Institut in Rosny-sous-Bois bei Paris geschickt.

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