Fr, 24. November 2017

Spur der Verwüstung

01.04.2015 10:12

Orkan „Niklas“ forderte Todesopfer

Orkan "Niklas" ist am Dienstag mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 200 km/h quer durch Europa gefegt und hat eine Spur der Verwüstung gezogen: Mindestens neun Menschen kamen ums Leben, zahlreiche weitere wurden verletzt. Besonders heftig waren die Auswirkungen in Österreich, Deutschland und der Schweiz zu spüren. Auch schwere Flurschäden, chaotische Zustände auf Schienen und Straßen sowie im Flugverkehr waren die Folge.

Das Sturmtief zog am Dienstag von Schottland zum europäischen Festland und sorgte in weiten Teilen Mitteleuropas für stürmische Winde und Orkanböen. In Österreich wurden auf der Zugspitze am Dienstag Orkanböen mit bis zu 191 km/h gemessen. In Oberösterreich kam ein 63- jähriger Pensionist ums Leben. Der Mann verunglückte, als er versuchte seine Terrassenüberdachung zu sichern. Er stürzte von einer Leiter und schlug dann auf dem Steinboden auf. Wiederbelebungsmaßnahmen blieben ohne Erfolg.

Auch in den übrigen Landesteilen wurden schwere Schäden verzeichnet. Bäume wurden entwurzelt, Dächer flogen davon, sogar Lastwägen wurden von den heftigen Böen umgeworfen. Neben dem Straßenverkehr kam es auch auf den Bahnstrecken in den betroffenen Gebieten immer wieder zu Problemen durch umgefallene Bäume. Zudem gab es Verspätungen, weil der Fernverkehr in Bayern komplett zum Erliegen gekommen war - denn auch Deutschland hatte schwer mit dem Sturm zu kämpfen.

Sieben Tote in Deutschland
Es sei einer der stärksten Stürme der vergangenen Jahre, sagte Meteorologe Lars Kirchhübel vom Deutschen Wetterdienst. In Sachsen-Anhalt wurde ein Mann vor seiner Haustür von einer umstürzenden Mauer erschlagen. Zeugenaussagen zufolge habe er bemerkt, dass die Mauer wegen des Sturms zu schwanken begonnen habe. Daraufhin soll er versucht haben, sich gegen die Mauer zu stemmen, die jedoch einstürzte. Ein Notarzt konnte nur noch den Tod des Mannes feststellen. Die Angehörigen wurden von Notfallseelsorgern betreut.

In Rheinland-Pfalz tötete ein umstürzender Baum zwei weitere Menschen. Wie die Polizei mitteilte, fiel der Baum bei Montabaur im Westerwald auf ein Fahrzeug der Straßenmeisterei. Rettungskräfte konnten zwei Männer nur noch tot aus dem Wrack auf einer Landstraße bergen. Auch eine Frau kam in Rheinland-Pfalz ums Leben, als ein Baum auf ihr Auto stürzte. Im baden-württembergischen Ostalbkreis starben zwei Männer auf einer schneebedeckten Straße. In Bayern wurde ein Mann bei starkem Hagel auf der Autobahn 95 getötet.

Im deutschen Bahnverkehr kam es praktisch flächendeckend zu großen Verspätungen und Zugausfällen. In Bayern wurde nahezu der komplette IC- und ICE-Verkehr von und nach München eingestellt. Die Haupthalle des Münchner Hauptbahnhofs wurde geräumt. Auch die S-Bahn stellte in der bayerischen Hauptstadt vorübergehend den Betrieb ein. Im Flugverkehr kam es zu Behinderungen: Am Frankfurter Flughafen verzögerten sich Starts und Landungen. Über 140 Verbindungen mussten bis zum Dienstagabend gestrichen werden. Auch in Hamburg forderten die Sturmböen das ganze Können der Piloten, wie etwa im Falle dieser Passagiermaschine der Fluggesellschaft "InterSky".

Schweizer Autofahrer von Baum erschlagen
Mit bis zu 164 km/h fegte "Niklas" über die Schweiz hinweg. Ein 75-jähriger Autofahrer kam dabei ums Leben. Als er gegen 17.30 Uhr in Richtung Andelfingen unterwegs war, stürzte ein Baum auf sein Fahrzeug. Beim Aufprall wurde der Lenker so schwer verletzt, dass er noch an der Unfallstelle starb. Weitere acht Menschen wurden im Zuge der Wetterkapriolen verletzt. Mehrere Bahnen und Bergbahnen stellten den Betrieb sicherheitshalber ein.

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