Sa, 16. Dezember 2017

Soldat angeklagt

31.03.2015 17:10

Prozess nach Schussunfall in Conradkaserne

Das hätte ganz böse enden können: Am 13. Jänner löste sich in der Innsbrucker Conradkaserne ein Schuss aus dem Sturmgewehr eines Soldaten. Ein Kamerad wurde gestreift, der "Schütze" saß am Dienstag Nachmittag am Innsbrucker Bezirksgericht vor dem Richter. Um ein Gutachten einzuholen, wurde der Prozess aber vertagt.

Unachtsamkeit, Blödelei oder jugendlicher Leichtsinn – es war wohl eine Mischung aus allem, das am 13. Jänner zu einem gefährlichen Unfall in der Conradkaserne führte. Aber zum Glück war auch ein Schutzengel im Spiel, als sich der Schuss aus dem Sturmgewehr löste. Ein 19-jähriger Soldat wurde vom Projektil am Oberschenkel gestreift. Die Folgen waren minimal. Dennoch musste sich am Dienstag Nachmittag sein Kamerad (18), der für den Vorfall verantwortlich zeichnet, im Innsbrucker Bezirksgericht auf die Anklagebank setzen. Denn laut Anklage löste sich der Schuss aus Unachtsamkeit beim Entladen der Waffe.

"Hatte Angst, dass der Offizier vom Tag auftaucht"

Der 18-Jährige erzählte ausführlich wie es zu diesem Vorfall gekommen war: "Ich war mit meinem Kollegen auf Streifengang und habe dabei meine Waffe geladen – entgegen den Vorschriften, ich weiß", sagte er dem Richter. "Dann bekam ich Stress, dass der Offizier vom Tag davon Wind bekommen würde, und so habe ich schnell und unkonzentriert entladen. Dabei hat sich der Schuss gelöst."

"Merkte nicht, dass ich getroffen wurde"

Sein Kamerad, der unmittelbar schräg vor ihm stand, ging in die Knie und hielt sich das Bein: "Ich wusste zuerst aber gar nicht, dass ich getroffen wurde", erzählte er. Er hatte enormes Glück im Unglück: Denn das Projektil streifte nur seinen Oberschenkel und hinterließ eine rund acht Zentimeter lange Wunde. Diese Wunde oder besser gesagt deren eventuelle Dauerfolgen standen gestern im Zentrum des Prozesses, denn der 18-jährige Schütze gab die Tat ja zu – sowohl die angeklagte fahrlässige Körperverletzung als auch das Vergehen nach dem Militärstrafgesetz (Laden der Waffe ohne Befehl).

Bezüglich der Dauer des Krankenstandes muss nun ein medizinisches Gutachten eingeholt werden – der Prozess wurde deshalb auf unbestimmte Zeit vertagt.

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