Di, 17. Oktober 2017

Laufend Unfälle:

31.03.2015 21:20

Steirer sind Sicherheitsmuffel bei der Forstarbeit

Kaum ein Tag vergeht ohne eine Schreckensmeldung aus der Landwirtschaft – ein Viertel aller Unfälle passiert bei der Forstarbeit. Erst am Montag wurde wieder ein 67-Jähriger im Bezirk Leibnitz beim Umschneiden eines Baumes von einem Ast am Kopf getroffen und schwer verletzt. Viele Tragödien könnten verhindert werden.

"Die falsche Schneidetechnik beim Baumfällen ist immer noch Unfallursache Nummer eins", sagt Rainer Grubelnik von der Sozialversicherung für Bauern. In der Steiermark gibt es viele Kleinwaldbesitzer, die Bäume zu Brennholz verarbeiten und nur wenig Erfahrung mit Forstarbeit haben. Außerdem sind die Steirer Muffel, was Sicherheitsbekleidung betrifft: Schnittschutzhose, Signaljacke, Sicherheitsschuhe, Handschuhe sowie Helm mit Gesichts- und Ohrenschutz gehören eigentlich zur Standardausrüstung, "doch die Leute lassen sie weg, weil sie ungemütlich und beim Arbeiten lästig sei", schüttelt Experte Grubelnik den Kopf.

Vor allem ältere Menschen würden sich so häufig in gefährliche Situationen bringen: "Für die Schüler der Forstschule ist diese Kleidung selbstverständlich!" Grubelnik warnt ebenso vor Unfällen mit Traktoren und Seilwinden: "Die richtige Handhabe ist das Um und Auf! Teilweise sind die Wege noch eisig, die Maschinen aber ohne Ketten unterwegs." Jährlich passieren in der Steiermark drei bis fünf tödliche Forstunfälle. Die können mit Aus- und Weiterbildungen, zum Beispiel an der Forstlichen Ausbildungsstätte in Pichl (St. Barbara/M.), vermieden werden. Info: 0 38 58/22 0 10.

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