Mo, 11. Dezember 2017

Amazon Instant Video

31.03.2015 11:26

Streiks auf Amazons Streaming-Tochter ausgeweitet

Die Gewerkschaft ver.di hat ihre Streiks bei Amazon in Deutschland erneut ausgeweitet. Sie rief nach eigenen Angaben auch die etwa 80 Beschäftigten bei der DVD-Versand- und Streaming-Tochter Amazon Prime Instant Video im schleswig-holsteinischen Elmshorn zu Arbeitsniederlegungen auf.

ver.di will verschiedene Standorte des Internetversandhändlers noch bis in den Dienstagabend hinein bestreiken. Die Gewerkschaft fordert, auf die Amazon-Beschäftigten den Tarifvertrag für den deutschen Einzel- und Versandhandel anzuwenden.

Amazon Prime Instant Video ist die frühere Lovefilm GmbH. Das Unternehmen ist zum einen als eine Art Online-Videothek auf den Postversand von Miet-DVDs spezialisiert und bietet zum anderen einen Internetabruf von Filmen und Serien an. "Auch die Beschäftigten von Amazon Prime Instant Video fordern ihr Recht auf einen Tarifvertrag" ein, erklärte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger. Sie kämpften wie ihre Kollegen an anderen Standorten "gegen die Willkür ihres Arbeitgebers".

ver.di und Amazon streiten seit zwei Jahren
Der Streit um den Abschluss eines Tarifvertrags zwischen ver.di und Amazon läuft seit zwei Jahren. Der Konzern beruft sich darauf, dass er "sehr wettbewerbsfähige Löhne" nach Konditionen der Logistikbranche zahle und in Deutschland seit seinem Start vor 16 Jahren 12.500 Jobs geschaffen habe. Der Konflikt wurde bereits mehrfach von Streiks und Protesten begleitet.

Seit der Nacht auf Montag hatte ver.di die Mitarbeiter an mehreren deutschen Amazon-Versandzentren erneut zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen. Laut Gewerkschaft beteiligten sich daran am ersten Tag 1.500 Beschäftigte. Das Unternehmen sprach von einer "sehr zurückhaltenden Streikbeteiligung". Der Betrieb laufe weiter. In seinen Logistikzentren arbeiteten mehr als 10.000 Menschen.

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