Di, 17. Oktober 2017

Machte eine Therapie

30.03.2015 16:02

Co-Pilot war vor Jahren selbstmordgefährdet

Jeden Tag werden neue Details zu dem schrecklichen Absturz der Germanwings-Maschine in den französischen Alpen bekannt. Wie die Staatsanwaltschaft in Düsseldorf am Montag mitteilte, war Co-Pilot Andreas Lubitz, der das Flugzeug gegen eine Felswand steuerte, vor seiner Karriere als Berufspilot als selbstmordgefährdet eingestuft und in psychotherapeutischer Behandlung gewesen.

Bis zuletzt hatte sich Lubitz immer wieder von mehreren Ärzten krankschreiben lassen – allerdings ohne dass Suizidalität oder Fremdaggressivität attestiert worden seien, betonte die Staatsanwaltschaft. Die entsprechenden ärztlichen Dokumentationen würden bisher aber auch keine organische Erkrankung ausweisen.

War Patient in Uniklinikum
Am Montag hatte die Staatsanwaltschaft die Krankenakte des Co-Piloten vom Uniklinikum Düsseldorf erhalten. Lubitz war vor einigen Wochen als Patient an das Klinikum gekommen. Dabei ging es den Angaben zufolge um "diagnostische Abklärungen", die aber nicht näher erläutert wurden. Auch blieb unklar, in welcher der vielen Abteilungen der Mann untersucht wurde. Zwischen Februar 2015 und dem 10. März war er mindestens dreimal vorstellig geworden. Am Tag des Unglücks, am 24. März, hätte er eigentlich nicht fliegen dürfen.

Keine Ankündigung der Tat
Eine Reihe von Zeugen aus dem persönlichen und beruflichen Umfeld von Lubitz seien laut den Ermittlern bereits befragt worden. Es fehle allerdings weiterhin an einer belegbaren Ankündigung der Tat, auch ein Tatbekenntnis des 27-Jährigen sei nicht gefunden worden. Im unmittelbaren persönlichen und familiären Umfeld oder am Arbeitsplatz seien keine besonderen Umstände bekannt geworden, die Hinweise auf ein mögliches Motiv geben könnten.

Suche nach zweiter Blackbox
Die Einsatzkräfte suchen unterdessen am Absturzort weiter nach Opfern und dem zweiten Flugdatenschreiber, von dessen Daten sie sich weitere Erkenntnisse über den Absturz erhoffen. Gleichzeitig waren Arbeiter mit schwerem Gerät zugange, um einen Weg in das unzugängliche Gebiet zu bahnen.

Hunderte Angehörige vor Ort
Bisher sind rund 325 Angehörige der Opfer nach Seyne-les-Alpes, dem Dorf in der Nähe des Unglücksortes, gereist. Der Vater eines britischen Passagiers hatte sich am Montag in einem Video zu dem tragischen Tod seines Sohnes geäußert. Für ihn und seine Familie seien die Motive des Piloten "nicht relevant", sagte er.

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