Fr, 15. Dezember 2017

Vater eines Opfers:

30.03.2015 12:06

"Das Motiv des Co-Piloten ist nicht relevant"

Philip Bramley hat bei dem tragischen Absturz der Germanwings-Maschine am 24. März seinen Sohn Paul verloren. Nun wandte sich der Brite mit einem rührenden Statement an die Öffentlichkeit. In einem Video, das beim Ort Seyne-les-Alpes nahe der Absturzstelle aufgenommen wurde, bedankt sich Bramley bei den Helfern und betont: Das Motiv des Co-Piloten sei für seine Familie "nicht relevant".

Der 28-jährige Brite Paul Bramley war unter den insgesamt 150 Menschen an Bord des Germanwings-Fliegers, den der Co-Pilot Andreas Lubitz gegen eine Felswand steuerte. Bramleys Familie reiste nach dem Unglück nach Frankreich, um den Tod ihres Sohnes zu betrauern – zunächst abgeschirmt von der Öffentlichkeit. Doch nun äußerte sich Pauls Vater Philip öffentlich zu der Tragödie.

Das Statement erfolge im Namen seiner ganzen Familie, erklärte Philip Bramley: "Was am Morgen des 24. März geschehen ist, war die Tat eines Menschen, der zumindest krank war. Wenn es ein Motiv gegeben hat oder einen Grund, dann wollen wir davon nichts hören – es ist nicht relevant. Was relevant ist: So etwas soll nie wieder passieren, mein Sohn und jeder andere in diesem Flugzeug sollen niemals vergessen werden."

"Die Fluglinien sollten transparenter arbeiten"
Er werde seinen Sohn nicht nach Hause bringen können, weil der Aufprall der Maschine zu stark gewesen sei, sagt Bramley weiter, weshalb er und seine Familie "für immer hierher kommen werden". Anschließend bedankt sich der Brite bei den Helfern und fordert: "Die Fluglinien sollten transparenter arbeiten und um die Piloten sollte sich gut gekümmert werden. Wir legen unser und das Leben unserer Kinder in deren Hände."

Unterdessen geht die Suche nach der zweiten Blackbox weiter. Eine knappe Woche nach dem Absturz ist sie noch immer nicht gefunden worden. Für die französischen Gendarmen, die die Gebirgsregion bei Seyne-les-Alpes absuchen, ist das jedoch nicht überraschend. "Man muss schon hier vor Ort sein, um zu begreifen, worum es geht", sagte am Montag einer der Beamten. "Wir haben zum Beispiel eine Flugzeugturbine gefunden, die ganze 400 Meter weit vom Aufschlagspunkt der Maschine fortgeschleudert wurde." Die Experten vor Ort hätten sich demnach darauf eingestellt, noch viele Tage, wenn nicht gar wochenlang weiter zu suchen.

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