Mo, 20. November 2017

Brauchtum

29.03.2015 13:37

Der Palmbuschen und seine Symbolik

Der Palmbuschen gehört zum Palmsonntag wie das rote Ei zum Osterfest. Er erinnert an die Palmwedel, mit denen Jesus beim Einzug in Jerusalem willkommen geheißen wurde. Man kann ihn zwar je nach Region unterschiedlich gestalten – „bei uns wird der Palmbuschen aber immer aus sieben Pflanzen gebunden“, erklärt Expertin Karin Weninger-Stößl den vielen Kindern, die Samstagnachmittag zum traditionellen Palmbuschenbinden in das Grazer Diözesanmuseum gekommen sind.

Da gibt’s einmal den Buchsbaum, ein Symbol des Lebens. Oder den Efeu, der ein Zeichen für die Ewigkeit und die Treue ist. Die Hasel bedeutet Weisheit und Fruchtbarkeit, die Lärche gilt als Schutzbaum. Fehlen dürfen außerdem nicht die Sal-Weide (Auferstehung und Neubeginn), der Wacholder, ein klassischer „Lebendigmacher“, sowie das dürre Eichenlaub, das für das Vergängliche steht.

„Die große Kunst ist es, den Palmbuschen ohne Gummiringerl zu binden“, schmunzelt Karin Weninger-Stößl. Das Geheimnis: Man nimmt eingeweichte Weidenruten. „Das funktioniert wirklich!“, jubelt ein kleiner „Brauchtumsfreund“. Vor ihm liegen noch viele bunte Bänder, die es zu befestigen gilt. Deren Farben sind freilich nicht zufällig gewählt: Lila ist die Farbe der Fastenzeit, Gelb symbolisiert die wärmende Sonne, Rot ist die Liebe Gottes.

Sind die Schleifen auf den Palmkätzchen fixiert, fehlen nur noch die bunten Holzperlen. „Das sind die Tränen, die die Menschen wegen Jesu Tod vergossen haben“, weiß Frau Weninger-Stößl. Die für die Kleinen noch eine Überraschung parat hat: „Wir stecken auch noch ein Ei in unseren Strauß.“ Nach eineinhalb Stunden sind die prächtigen Werke fertig, die Kinder begeistert: „Den tragen wir am Sonntag in die Kirche!“

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