Mi, 18. Oktober 2017

Erste Liebe

08.04.2015 13:39

So helfen Sie Ihrem Kind bei Liebeskummer

Der erste Liebeskummer – denkt man als Erwachsener lächelnd daran zurück, ist er für einen Teenager gefühlt das Ende der Welt. Die erste enttäuschte Liebe ist eine sehr intensive, emotionale Erfahrung. Wie Sie Ihrem Kind helfen können, dieses Erlebnis schnell zu verwinden, erfahren Sie hier.

Ernst nehmen
Auch wenn für Erwachsene klar ist, dass der Liebesschmerz spätestens mit dem nächsten spannenden Flirt passé ist – für Teenager ist es das keineswegs. Für sie fühlt sich die enttäuschte Liebe an wie ein Weltuntergang. Die Traurigkeit ist echt und sollte nicht durch Sprüche wie "Mach kein Drama daraus – auch andere Mütter haben schöne Kinder" abgetan werden. Ihr Kind verschließt sich dann vor Ihnen, Sie werden nicht mehr ins Vertrauen gezogen, wenn es Probleme gibt.

Verständnis signalisieren
Zeigen Sie Ihrem Kind, dass Sie für es da sind – bedingungslos. Wenn es reden will, hören Sie einfach zu. Auch Kuscheln und Geborgenheit sind nun wichtig, wenn es das Bedürfnis danach hat. Überlassen Sie die Richtung und Inhalte des Gesprächs jedoch Ihrem Kind – es soll sich nicht ausgefragt fühlen oder sich auf einmal inmitten eines Aufklärungsgesprächs wiederfinden. Manchmal reicht es auch, gemeinsam Zeit zu verbringen, über andere Dinge zu reden und einfach nur für Zerstreuung zu sorgen.

Zum Thema Verständnis gehört aber auch, die Begleitsymptome zu verstehen und zu tolerieren: Tränen, Wut, Lustlosigkeit und endlose Telefonate oder WhatsApp-Sessions mit Freunden oder Freundinnen sind Teil dieser Phase und sollten weitestgehend zugelassen werden.

Loslassen
Wenn Ihr Kind andere Bezugspersonen hat, akzeptieren Sie, dass es sich seinen Freunden zuwendet. Unter Gleichaltrigen redet es sich oft besser. Verstehen Sie das nicht als Ablehnung Ihnen gegenüber, sondern als wichtige Unterstützung. Und freuen Sie sich über den Rückhalt, den Ihr Kind bei seinen Freunden findet.

Emotionen nicht persönlich nehmen
Ihr Kind wird während der intensivsten Phase der Traurigkeit vermutlich sehr schroff und abweisend sein, vielleicht reagiert es auch einmal heftiger im Umgang mit Ihnen. Nehmen Sie das nicht persönlich, aber zeigen Sie Ihrem Kind auch, wenn es Sie verletzt. Signalisieren Sie Verständnis für seine Situation, aber machen Sie ihm auch klar, wenn sein Verhalten Ihnen zu nahe geht. Eine echte Entschuldigung sollten Sie sich jedoch nicht erwarten, ein bedrücktes Gesicht ist meist schon das höchste der Gefühle.

Eigene Erfahrungen teilen
Es kann Ihrem Kind helfen, wenn Sie selbst darüber erzählen, wie Ihr erster Liebeskummer ausgesehen hat. So erkennt Ihr Kind, dass Sie es verstehen. Erfinden Sie aber nichts, sondern seien Sie einfach nur ehrlich.

Einschreiten
Natürlich sollten Sie nicht zulassen, dass Ihr Kind sich komplett in seinem Gefühlschaos verliert. Merken Sie, dass Ihr Kind seine Situation ausnutzt, um ewig lange zu telefonieren, lang aufzubleiben oder seine Schulleistungen zu vernachlässigen, sollten Sie einschreiten. Definieren Sie die Spielregeln und sorgen Sie dafür, dass Ihr Kind beginnt, sein Leben normal weiterzuleben. Ablenkungen wie Einkaufsbummel, Spaziergänge, Kinobesuche und dergleichen sind nun angebracht.

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