Do, 23. November 2017

Osterfestival

27.03.2015 17:24

„Licht aus dem Osten“

Eine frühmorgendliche Wanderung auf den Schöckl, um gemeinsam den Sonnenaufgang zu betrachten. Die alte und die neue Kultur Armeniens, und ein unverzerrter Blick auf den Islam: Das Grazer Osterfestival "Psalm" feiert von Palmsonntag bis Ostermontag das "Licht aus dem Osten" und bringt dem steirischen Publikum die Welt des Orients näher.

Terror in Afrika und Europa, die Schreckensherrschaft in Syrien, mittelalterliche Justiz in Saudi-Arabien, junge Menschen, die als Kanonenfutter in einen "heiligen Krieg" gelockt werden – die Medien müssen derzeit ein Islambild des Grauens zeichnen. Und dieses Bild sei natürlich nicht "die ganze Wahrheit", wie "Psalm"-Intendant Mathis Huber meint. Das Osterfestival wirft ab Palmsonntag einen genaueren Blick auf den Orient. Und entdeckt dabei unter anderem einen anderen, wohl hundertmal authentischeren, und sicher eine millionmal sympathischeren Islam.

Die Weisheit des Ostens
Der Orient war jahrhundertelang eine Projektionsfläche für "Freiheit, Glück, Weisheit", so Huber. Dementprechend setzt man Goethes "West-östlichen Diwan", den persischen Dichter Hafis, Lessings "Nathan der Weise" und Musik der westlichen Aufklärung (Beethoven, Mendelssohn) in einen Bezugsrahmen. Mit einer Lesung von Peter Simonischek und Musik, gespielt vom Quartetto di Cremona. Ein anderes Konzert mit Lesung macht mit dem französischen Blick auf Persien bekannt und bündelt Voltaire und Diderot mit Musik von Lully, Rameau und Marais.

Die Musik Armeniens
Das zweite "Psalm"-Leitmotiv, in diesem Fall eher ein Leidmotiv, ist der Völkermord an den Armeniern, der sich im April zum 100. Mal jährt. Der Star-Gambist Jordi Savall lässt Musik aus der uralten armenischen Kultur erklingen. Am Karfreitag ist dagegen ein armenisches Requiem zu hören – zeitgenössische Werke von Tigran Mansurian, interpretiert von dem Dirigenten Christian Muthspiel, dem Orchester "recreation" und dem Vocalforum Graz. Noch schillernder wird das Festival mit einem Abend zur jemenitischen Tradition der Juden (in einem Konzert mit Timna Brauer) und einem Kammerkonzert mit Musik von Messiaen und Strawinsky. Alle Veranstaltungen finden in der Grazer List-Halle statt.

Zum Auftakt am Palmsontag blickt man aber schon einmal ganz konkret gen Osten: Bei einer morgendlichen Schöcklwanderung (oder Schöcklgondelfahrt), zu einem Konzert des Musikers Bertl Mütter am Plateau des Grazer Hausbergs. Alle Infos, nicht nur zur Schöcklwanderung, sondern auch zu allen weiteren Veranstaltungen finden Sie hier.

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