Mo, 18. Dezember 2017

Minuten vor Absturz

27.03.2015 10:15

Germanwings-Pilot wollte Cockpit mit Axt öffnen

Der ausgesperrte Pilot der verunglückten Germanwings-Maschine hat laut "Bild" offenbar wenige Minuten vor dem Aufprall noch versucht, die Tür zum Cockpit mit einer Axt zu öffnen. Wie die Zeitung am Freitag unter Berufung auf Sicherheitskreise meldete, nutzte er dafür eine an Bord befindliche Notfall-Axt.

"Zu der Sicherheitsausrüstung eines A320 gehört auch eine Axt", sagte eine Germanwings-Sprecherin der Zeitung. Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 in den USA waren die Cockpit-Türen in Flugzeugen massiv verstärkt und mit einem Code versehen worden, um unbefugtes Personal fernzuhalten. Bis dahin war es möglich, die Türen im Notfall mit der Axt einzuschlagen. An der neuen Tür dürfte der Pilot allerdings gescheitert sein - genau wie beim Versuch, per Code zurück ins Cockpit zu gelangen. Es wird vermutet, dass Co-Pilot Andreas Lubitz einen entsprechenden Schalter betätigte, der die Tür trotz korrektem Code verriegelt hält.

Der Co-Pilot des Unglücksfluges, bei dem am Dienstag in den französischen Alpen 150 Menschen starben, soll das Flugzeug absichtlich in den Sinkflug und zum Absturz gebracht haben. Zum Zeitpunkt des Unglücks war er allein im Cockpit.

Co-Pilot möglicherweise psychisch krank
Lufthansa-Chef Carsten Spohr hatte am Donnerstag von einer mehrmonatigen Ausbildungsunterbrechung des Co-Piloten berichtet, ohne die Gründe dafür zu benennen. Der "Bild"-Zeitung zufolge pausierte der 28-Jährige damals wegen einer "schweren depressiven Episode". Auch zuletzt sei er in regelmäßiger medizinischer Behandlung gewesen. Die These einer Depression war bereits am Donnerstag aufgetaucht.

Die Internationale Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) fordert nach dem Absturz regelmäßige medizinische Spezialtests von Piloten. Diese Untersuchungen müssten sowohl die psychische als auch die körperliche Fitness der Piloten prüfen, erklärte die UNO-Organisation am Donnerstag. Sollten die Testergebnisse Anlass zur Sorge geben, müssten auch neuropsychologische Untersuchungen in Erwägung gezogen werden, erklärte die ICAO.

Eine Konsequenz gibt es bereits: Mehrere Fluglinien haben ihre Sicherheitsvorschriften dahingegehend verschärft, dass sich immer zwei Crewmitglieder im Cockpit aufhalten müssen. In der US-amerikanischen Luftfahrt ist dies bereits seit Jahren vorgeschrieben, anders als in der europäischen.

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