Fr, 20. Oktober 2017

In nur zehn Jahren

24.03.2015 16:50

Zahl der Sozialhilfe-Fälle in Wien verdoppelt

Neben der steigenden Arbeitslosigkeit hat die Bundeshauptstadt Wien noch ein großes Problem: Die Zahl jener Menschen, die nur dank Mindestsicherung (früher Sozialhilfe) überleben können, nahm im Vorjahr erneut zu, die Kosten explodieren - laut aktueller Statistik hat sie sich in nur zehn Jahren auf jetzt 160.152 Fälle verdoppelt. 80 Prozent davon sind Alleinerzieherinnen.

"Mit einem Zuwachs von 4,4 Prozent im Jahr 2014 hat sich der Anstieg bei der Zahl der Mindestsicherung-Empfänger etwas abgeflacht", versucht die Sprecherin der Wiener Sozial- und Gesundheits-Stadträtin Sonja Wehsely auch etwas Positives in der neuen Sozial-Statistik zu finden.

Jährlich Kosten von 500 Millionen Euro
Die aktuellen Daten müssten jedoch nicht nur die rot-grüne Wiener Koalition, sondern auch die rot-schwarze Bundesregierung alarmieren: Denn die Zahl jener Mitmenschen, die in Wien nur noch mit der Sozialhilfe überleben können, ist in nur einem Jahr erneut um 6.718 auf 160.152 gestiegen, die Jahreskosten dürften bei 500 Millionen Euro liegen.

Zum Vergleich: 2005 wurde an 78.855 Mitbürger Sozialhilfe ausbezahlt. Fünf Jahre später, 2010, bereits an 106.675, dann 2011 an 129.020, 2012 an 144.767 und 2013 an 153.434 Wiener.

In der Statistik fällt auch auf: Nur noch 8,7 Prozent aller Mindestsicherung-Bezieher erhalten die volle Finanzhilfe in der Höhe von 827 Euro. Das heißt, die Anzahl der "Working Poor", also jener Wiener, die trotz eines Jobs nicht auf ein Gehalt von 827 Euro kommen, hat erneut zugenommen – sie bekommen die Differenz ausbezahlt.

Über 130.000 Alleinerzieherinnen leben in Armut
Und: Bereits 80 Prozent aller Mindestsicherung-Empfänger - über 130.000 Frauen - sind alleinerziehende Mütter mit Pflichtschulausbildung. Dazu werden noch 52.300 armutsgefährdete Kinder unterstützt.

Dass die Kontrolle des Mindestsicherung-Systems verbesserungswürdig wäre, wie das die ÖVP bereits des Öfteren kritisiert hat, wird im Rathaus zurückgewiesen.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).