Sa, 16. Dezember 2017

In Wien gewählt

24.03.2015 18:05

Platini für weitere vier Jahre UEFA-Präsident

Michel Platini ist am Dienstag für vier weitere Jahre zum Präsidenten der Europäischen Fußball-Union UEFA gewählt worden. Der 59-jährige Franzose wurde beim UEFA-Kongress in Wien per Akklamation im Amt bestätigt. Platini führt den Kontinentalverband seit 2007, er geht unumstritten in seine dritte Amtszeit. "Danke für ihr Vertrauen und ihre Freundschaft", sagte der ehemalige Weltklasse-Kicker in seiner Dankesrede. "Es gibt mir das Gefühl, der Kapitän einer erfolgreichen Mannschaft zu sein." Die UEFA sei mittlerweile ein Vorbild im Bereich der Sportorganisationen, das belegten nicht nur die Zahlen.

1,78 Milliarden Euro nahm die Konföderation im vergangenen Geschäftsjahr ein. Bei Platinis Amtsantritt vor acht Jahren waren es noch 895,5 Millionen gewesen. Der Franzose, wie auf dem Spielfeld auch auf dem politischen Parkett mit Spielwitz ausgestattet, hat zahlreiche Reformen durchgesetzt. Als nächste wird 2018 die Nations League eingeführt, die die freundschaftlichen Länderspiele in ihrer bisherigen Form ersetzen wird.

"Sind eine Organisation, die mit der Zeit geht"
Der Kontinentalverband verabschiedete zudem eine Absichtserklärung, die es künftig auch den Akteuren im Fußball ermöglichen soll, einen Sitz in seinem Exekutivkomitee zu erlangen - Spielern, Klubs oder Profiligen. Bisher waren dort wie in der FIFA ausschließlich Vertreter nationaler Verbände vorgesehen. "Das ist eine große Änderung für den Fußball", meinte Platini. "Wir sind eine Organisation, die mit der Zeit geht."

Als UEFA-Chef bleibt Platini auch Vizepräsident des Weltverbandes FIFA. Dort steht Ende Mai die Präsidentschaftswahl an. Die UEFA wünscht sich eine Ablöse von Joseph Blatter, auf einen Gegenkandidaten hat sie sich bisher aber nicht festgelegt. "Ich kann Ihnen nur sagen, wer nicht gewinnen soll", erklärte der Franzose.

"Nicht einfach, das Spiel" gegen Blatter zu gewinnen
Damit war Amtsinhaber Blatter gemeint, der sich am 29. Mai in Zürich der Wiederwahl stellen muss. Gegenkandidaten sind Prinz Ali bin Al-Hussein aus Jordanien, der Niederländer Michael van Praag und der Portugiese Luis Figo, wie Platini einst Weltfußballer. Platini sprach sich für eine Veränderung an der FIFA-Spitze aus. "Aber es ist nicht einfach, dieses Spiel zu gewinnen", meinte der Franzose. Daher ist er vermutlich auch noch nicht selbst gegen Blatter in den Ring gestiegen.

Der Schweizer kandidiert für seine fünfte Amtszeit als FIFA-Chef, Platini geht in seine dritte bei der UEFA. Wie lange es Sinn mache, dass ein und dieselbe Person in einer so wichtigen Organisation an der Spitze stehe? "Ich bin nicht für eine Mandatsbegrenzung, aber ich bin für eine Altersbegrenzung", antwortete Platini. "70, das haben wir in der UEFA, und das werde ich respektieren." Blatter ist 79 Jahre alt. In der FIFA spielt das aber weiterhin keine Rolle.

"Glaubt nicht alles, was man euch erzählt"
"Wir Europäer wollen eine starke FIFA, eine respektable und eine respektierte", betonte Platini ohne ins Detail zu gehen. "Weil uns die FIFA am Herzen liegt, wollen wir, dass sie perfekt ist", erklärte Platini. "Glaubt nicht alles, was man euch erzählt. Einige versuchen vielleicht, uns gegeneinander auszuspielen, uns zu spalten." Einige würden versuchen, das "arrogante und egoistische Europa" zu isolieren. Die UEFA sei aber bereit, zum Wohle aller 209 Verbände der Fußball-Welt zusammenzuarbeiten.

Lob für Platini gab es von ÖFB-Präsident Leo Windtner. "Er führt die UEFA erfolgreich und absolut transparent", meinte der Oberösterreicher. Mit dem Kongress an sich war der Gastgeber zufrieden. "Es ist alles in einer sehr angenehmen Atmosphäre abgelaufen." Als positives Signal wertete Windtner die Neubesetzung des UEFA-Exekutivkomitees. "Es sind neue Kräfte hineingekommen, auch aus Ländern kleinerer Größenordnung."

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