Do, 19. Oktober 2017

Fleisch mit Nylon

24.03.2015 09:01

Giftköder an der Salzach: Polizei rät zur Vorsicht

Eine besonders grausame Falle für Vierbeiner hat eine Bewohnerin am Josef-Mayburger-Kai in Salzburg entdeckt: Zwei mal zwei Zentimeter große und auf einem Nylon-Band, durch das Hunde innerlich verbluten können, aufgefädelte Speckstücke sollten den Tieren zum Verhängnis werden. Bereits zum vierten Mal innerhalb kürzester Zeit wurden verdächtige Fleischstücke ausgelegt.

Der nächtliche Spaziergang einer 50-jährigen Itzlingerin könnte vielen Hunden das Leben gerettet haben: Am Sonntag gegen 22 Uhr fand sie an der Salzachböschung einen seltsamen Klumpen Fleisch und brachte ihn zur Polizei.

Polizei ruft Hundehalter zur Vorsicht auf
Schnell war klar, dass es sich dabei um einen Hundeköder handelt. "Wir wissen bisher aber weder, ob das Fleisch zusätzlich mit Gift versehen war noch wer den grausamen Köder ausgelegt hat und ob es weitere Fallen gibt", sagt Polizeisprecher Ortwin Lamprecht. Hundebesitzer sollten daher in den kommenden Tagen besonders vorsichtig sein.

Tierärzte stehen manchen Ködern machtlos gegenüber
Wird ein solcher Köder von einem Hund gefressen, ohne dass es vom Besitzer bemerkt wird, besteht kaum mehr Hoffnung für den Vierbeiner. "Fleischstücke und ein dünnes Nylon-Band können beim Röntgen nicht gesehen werden. Der Arzt kann also kaum etwas machen", erklärt Tierärztin Anja Hofbauer. Das dünne Band würde den Darm des Hundes durchtrennen – dadurch würde der Vierbeiner innerlich verbluten.

Pinscherdame fraß mit Nagel gespicktes Fleisch
Vorsicht ist aber auch bei allen anderen Ködern geboten, denn die Vorfälle mit präpariertem Fleisch häufen sich: Erst Anfang März wurde eine Hündin nur knapp vor dem Ersticken gerettet. Die Pinscher-Dame fraß einen ausgelegten Köder, in dem ein Nagel versteckt war.

Eigene Seminare zum Thema "Futter-Verweigerung"
Die Tierärztin rät, die Hunde darauf abzurichten, ihre Beute vor dem Fressen vorzuzeigen. Dafür werden bereits sogenannte Futter-Verweigerungs-Seminare angeboten. "Die einfachste Möglichkeit wäre es jedoch, den Tieren bei jedem Auslauf im freien Gelände einen Maulkorb anzuziehen", sagt Hofbauer.

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