Mi, 22. November 2017

Brisantes Gutachten

22.03.2015 19:57

Experte sagt: Die 220er Masten bleiben

Ein Ergänzungs-Gutachten zum 380-kV-UVP-Verfahren sorgt für Aufregung: Darin stellt ein Elektrotechnik-Experte klar fest: Bestehende 220-kV-Leitungen können wegen der Versorgungssicherheit nicht abgebaut werden. Die APG hatte als eines ihrer zentralen Argumente für die Errichtung der 380er-Freileitung stets angeführt, dass dann 678 der 220er Masten verschwinden würden.

Im September 2012 hat die Verbund-Tochter APG den zweiten Teil der Salzburg-Leitung von Kaprun bis Elixhausen eingereicht: 128 Kilometer lang, aber "ein Drittel weniger Strommasten", so Projektleiter Wolfgang Hafner. Denn nach APG-Angaben würden 678 alte 220-kV-Masten demontiert und nur 451 neue 380-kV-Masten aufgestellt. Glaubt man dem Elektrotechnik-Gutachten von Landes-Experten Dipl. Ing. Peter Mösl vom 19. Jänner 2015, das als Ergänzung für das laufende UVP-Verfahren erstellt wurde, klingt das aber ganz anders: "Die bestehenden 220-kV-Leitungen bleiben, weil sie der Versorgungssicherheit dienen."

Franz Köck von der IG Erdkabel erklärt das Dilemma: "Es geht um die ,n-1-Sicherheit’. Diese Bezeichnung bedeutet, dass beim Ausfall eines Systemes ein zweites vorhanden sein muss, um die Versorgungssicherheit zu übernehmen." IG-Erdkabel-Präsident Theo Seebacher: "Obwohl die APG immer wieder behauptet, dass die 380er-Leitung der regionalen Versorgung dient, ist sie nur für den transeuropäischen Strommarkt da. Die 220er-Leitung wird wohl Salzburg weiter mit Strom beliefern." Auch daraus könne man, so die Freileitungs-Gegner, ablesen, dass an eine Demontage der 220er-Masten nie gedacht war - was die APG aber vehement bestreitet.

"Falsche Tatsachen vorgegaukelt"
Für die streitbare IG Erdkabel ist die öffentlich aufliegende Expertise von Dipl.Ing. Peter Mösl natürlich Wasser auf ihre Mühlen: "Laut E-Control ist die Gefahr eines Blackouts wegen der mangelnden n-1-Sicherheit mit einem Mastensystem gegeben und deshalb ist das Weiterbestehen der 220er-Freileitung Voraussetzung für die erforderliche Sicherheit", zitiert Theo Seebacher: "Wenn dem tatsächlich so ist, dann hat man den betroffenen Gemeinden mit derzeit bestehenden 220er-Freileitungen falsche Tatsachen vorgegaukelt."

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