Di, 17. Oktober 2017

Am Tag nach Marcel

22.03.2015 13:07

Anna Fenninger triumphiert erneut im Gesamtweltcup

Erst Marcel Hirscher und jetzt Anna Fenninger – dieses Wochenende geht wohl als eines der spannendsten und erfolgreichsten in die Geschichte des rot-weiß-roten Ski-Sports ein. Nicht einmal 24 Stunden, nachdem sich Hirscher am Samstag den Sieg im Gesamtweltcup gesichert hatte, machte es ihm am Sonntag seine engere Landsfrau Fenninger nach. Und wie! Mit einem Sieg im allerletzten Rennen der Saison.

Die 25-jährige Salzburgerin gewann am Sonntag beim Saisonfinale in Meribel den abschließenden Riesentorlauf vor der Tirolerin Eva-Maria Brem (+0,38 Sekunden) und setzte sich damit in der Endwertung 22 Punkte vor der Slowenin Tina Maze (+0,46) durch, die Dritte wurde. Die Olympia-Zweite sicherte sich damit auch die kleine Kristall-Kugel für den Gewinn der Riesentorlauf-Wertung vor Brem.

Mit 18 Zählern Vorsprung war Maze in das 32. und letzte Saisonrennen gegangen, Fenninger hatte es aber noch selbst in der Hand, bei einem Sieg konnte sie den Coup selbst noch perfekt machen. Schon zur Halbzeit war Fenninger vor Maze und Teamkollegin Eva-Maria Brem vorangelegen. Im von Fenningers Vertrauenstrainer Meinhard Tatschl gesteckten zweiten Durchgang legte Brem mit Laufbestzeit vor, Maze kam an sie knapp heran. Der Slowenin hätte dann nur noch ein Fehler von Fenninger geholfen, doch diese machte mit der zweiten Laufzeit ihren 14. Weltcupsieg perfekt.

Schröcksnadel: "Annas Leistung ist beeindruckend"
Fenninger ist erst die dritte Österreicherin neben Annemarie Moser-Pröll (6) und Petra Kronberger (3), die mehr als einmal die große Kugel holen konnte. "Annas Leistung ist beeindruckend, sie hat dem Druck standgehalten. Sie fährt am saubersten, sie fährt super", jubelte ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel in Meribel. "Anna ist heuer wirklich zu einem Star gereift", merkte Sportdirektor Hans Pum anerkennend an.

"Ich habe so viele Sachen im Kopf gehabt"
"Es ist echt schwer zu beschreiben. Ich habe so viele Sachen im Kopf gehabt, um mich auf das Wochenende zu konzentrieren. Wenn ich es nicht selbst wäre, ich müsste den Hut vor mir ziehen. Ich habe so viel Druck gehabt und es haben so viele Leute mitgeholfen, danke an alle, die da mitgeholfen haben. Es ist extrem viel Last heruntergefallen jetzt und ich glaube, es wird auch noch mehr herunterfallen", so Fenninger im Ziel.

"Von dem habe ich nicht zu träumen gewagt"
Woher sie die Kraft nimmt, wisse sie dabei selbst nicht. "Ich hätte im Jänner nicht geglaubt, dass es möglich ist – noch weniger als im letzten Jahr. Dass es jetzt wahr geworden ist, von dem habe ich nicht zu träumen gewagt. Ich kann es im Moment nicht so begreifen, es war über Wochen der härteste Kampf, den ich je gehabt habe. Von der nervlichen Situation das Ärgste, was ich je gehabt habe. Es war heuer noch viel schwieriger."

Brem: Die Anna war heute unschlagbar
Zweite in der Disziplinwertung wurde Brem, die am Sonntag gewinnen und auf einen "Nuller" von Fenninger hoffen hätte müssen, lag sie vor dem Showdown doch 86 Zähler hinter der Weltmeisterin. "Unglaublich! Ich wollte es zum Abschluss unbedingt gewinnen. Aber die Anna war heute unschlagbar, Platz zwei ist megacool", sagte die Tirolerin. Sie werde so weitermachen und vielleicht reiche es ja dann irgendwann einmal für eine Kugel. Und die anderen ÖSV-Läuferinnen? Elisabeth Görgl wurde Tages-16., Michaela Kirchgasser landete auf Rang 21. Kathrin Zettel war nicht am Start, die Niederösterreicherin will in ein paar Wochen entscheiden, ob sie ihre Karriere fortsetzt.

Maze: "Anna war einfach sehr stark in dieser Saison"
Die in der Weltcup-Gesamtwertung auf Platz zwei gelandete Maze erwies sich als faire Verliererin, auch wenn sie unmittelbar nach der Zieldurchfahrt von Fenninger noch enttäuscht den Kopf hängen lassen hatte: "Anna war einfach sehr stark in dieser Saison. Ich habe mein Bestes gegeben, die Saison gut beendet, aber davor Fehler gemacht – deshalb hat Anna am Ende gewonnen. Mein Körper war diese Saison nicht immer in Topform, aber ich hatte trotzdem eine Super-Saison und kann sehr zufrieden sein."

Es war übrigens der fünftkleinste Unterschied zwischen den ersten zwei, seit in der Saison 1991/92 im alpinen Ski-Weltcup das aktuelle Punktesystem eingeführt worden ist.

Das Endergebnis des Rennens:
1. Anna Fenninger (AUT)          2:26,91  Minuten
2. Eva-Maria Brem (AUT)          2:27,29 +0,38
3. Tina Maze (SLO)                  2:27,37 +0,46
4. Sara Hector (SWE)               2:28,46 +1,55
5. Lindsey Vonn (USA)              2:28,54 +1,63
6. Nadia Fanchini (ITA)             2:28,61 +1,70
7. Mikaela Shiffrin (USA)           2:28,76 +1,85
8. Tessa Worley (FRA)             2:29,67 +2,76
9. Frida Hansdotter (SWE)        2:30,03 +3,12
10. Marta Bassino (ITA)            2:30,09 +3,18
11. Dominique Gisin (SUI)          2:30,52 +3,61
12. Manuela Mölgg (ITA)           2:30,64 +3,73
13. Marie-Pier Prefontaine (CAN) 2:30,67 +3,76
14. Irene Curtoni (ITA)              2:30,74 +3,83
15. Ana Drev (SLO)                  2:30,76 +3,85
16. Elisabeth Görgl (AUT)         2:30,95 +4,04
17. Maria Pietilä-Holmner (SWE)  2:31,02 +4,11
18. Tina Weirather (LIE)            2:31,08 +4,17
19. Lara Gut (SUI)                    2:31,24 +4,33
20. Nina Löseth (NOR)               2:31,42 +4,51
21. Michi Kirchgasser (AUT)     2:31,66 +4,75
22. Jessica Lindell-Vikarby (SWE) 2:32,58 +5,67
Ausgeschieden im 2. Durchgang: Federica Brignone (ITA)

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