Fr, 24. November 2017

Diagonale in Graz

21.03.2015 14:55

Preisregen für österreichische Filme

Mit dem großartigen Horrorfilm "Ich seh Ich seh" wurde – ein seltenes Ereignis – ein Genrefilm bei der Diagonale als bester österreichischer Spielfilm ausgezeichnet. Und mit Nikolaus Geyrhalter wurde eine überragende Gestalt der Dokumentarfilm-Szene bei der Preisverleihung am Samstagabend im Orpheum ebenso gerecht gewürdigt. Hier eine Bilanz zum Filmfestival und eine Diashow mit Szenenbildern der Siegerfilme.

„Ich seh Ich seh“, „SUPERWELT“, „Über die Jahre“, „Von jetzt an kein Zurück“, „Das ewige Leben“ – lauter verdiente Gewinner, welche die hervorragende Qualität des Filmjahrgangs bestätigen.

Doch gerade im Finaljahr der scheidenden Intendantin Barbara Pichler sei auf einige durchaus bedenkliche Entwicklungen bei der „Diagonale“ kritisch hingewiesen. Natürlich ist das Festival in erster Linie ein Branchentreff, ein wichtiger Knotenpunkt im Netzwerk zwischen Filmschaffenden, Verleihern, Historikern und Presse. Wenn man allerdings die langen Schlangen hinter den Kassen für Akkreditierte an den wesentlich kürzeren Schlangen bei den regulären Kassen abmisst, wünschte man sich doch, die „Diagonale“ würde sich wieder verstärkt als Publikumsfestival profilieren.

Dass Barbara Pichler außerdem auf eine übergeordnete Festival-Dramaturgie stets verzichtet hat, darf man letztlich als Manko verbuchen. Natürlich: Die Diagonale will einen Querschnitt durch alle Genres der österreichischen Filmproduktion bringen. Aber eine stärkere programmatische Handschrift bei dieser Auswahl, bewusste Themensetzungen, Korrespondenzen zwischen Sonderschienen und aktuellen Filmen, das alles würde die „Diagonale“ inhaltlich griffiger – und wohl auch besser vermarktbar – machen.

So bleibt Barbara Pichlers super-redliche, unaufgeregte und zurückhaltende Art im Gestalten des Festivals zu loben, mit der sie ganz die vielen Stärken des österreichischen Films ins Zentrum der Aufmerksamkeit stellte.

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