Mo, 20. November 2017

Machtdemonstration

21.03.2015 09:49

Die neue blutige Terrorwelle der IS-Schlächter

Libyen, Tunesien und jetzt auch der Jemen: Die sunnitische Dschihadistenmiliz Islamischer Staat, die weite Teile Syriens und des Iraks kontrolliert, weitet derzeit offenbar ihre blutigen Terrorangriffe auf weitere arabische Staaten aus. Zuletzt kam es am Freitag in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa zu Selbstmordattentaten auf Moscheen, bei denen über 140 Menschen getötet und Hunderte weitere verletzt wurden. Laut Terrorismusexperten will der IS damit seine Macht demonstrieren. Die jüngste Terrorwelle dürfte die Gewaltspirale vor allem im Nahen Osten weiterdrehen und den Blutzoll dramatisch erhöhen.

Erstmals bekannte sich der IS zu Anschlägen im Jemen. Diese seien "nur die Spitze des Eisbergs", erklärte ein bisher unbekannter IS-Arm in Sanaa. Die Anschläge in der jemenitischen Hauptstadt seien ebenso sein Werk wie der Selbstmordanschlag in der Houthi-Hochburg Saada im Nordjemen. Dort hatte sich nach Angaben aus dem Houthi-Umfeld ein Selbstmordattentäter vor einer Moschee in die Luft gesprengt, nachdem es ihm nicht gelungen war, in das Gebäude einzudringen. Außer dem Attentäter starb dort niemand.

IS will schiitische Rebellen im Jemen "ausrotten"
"Die ungläubigen (schiitischen, Anm.) Houthis sollten wissen, dass die Soldaten des Islamischen Staates nicht ruhen werden, bis sie sie ausgerottet haben", hieß es in dem im Internet veröffentlichten Bekennerschreiben der sunnitischen Terrormiliz. Die Houthi-Miliz war seit Sommer vergangenen Jahres auf Sanaa vorgerückt, im Jänner übernahm sie mit der Einnahme des Präsidentenpalastes die Kontrolle über die Hauptstadt. Sie zwang Präsident Hadi zum Rücktritt und stellte ihn unter Hausarrest. Auch das Parlament wurde für aufgelöst erklärt. Diese politische Krise dürfte der IS also sehr geschickt für sich genutzt haben.

Gunst der Stunde und Machtdemonstration der Terrormiliz
Auch bei Libyen handelt es sich um einen schwachen Staat. Seit dem Sturz von Langzeit-Machthaber Muammar al-Gadafi im Jahr 2011 kommt das Land nicht zur Ruhe. Es tobt ein Machtkampf zwischen zwei rivalisierenden Regierungen und deren Milizen. Die USA beobachten den zunehmenden Einfluss des IS in Libyen mit großer Sorge.

Der IS nützt nicht nur die Gunst der Stunde - bedingt durch politische Krisen und schwächelnde Staatsmacht -, sondern hat auch das Ziel, trotz der Verluste im Kampf gegen die internationale Anti-IS-Koalition im Irak und in Syrien Stärke zu demonstrieren.

Experte: "IS hat viele Sympathisanten im Nahen Osten"
"Die westliche Koalition konnte in Syrien und Irak den IS etwas zurückdrängen. Mit der neuen Terrorwelle will die Miliz auch demonstrieren, dass sie immer noch mächtig und grausam ist und genug Ressourcen hat, um anzugreifen. Das ist für die Terroristen auch wichtig, weil sie damit ihren Anhängern ihre Stärke zeigen. Wenn der IS als geschwächt gilt, könnten sich potentielle zukünftige Anhänger abwenden", erklärte der Terrorexperte Davis Lewin Henry Jackson Society in London am Samstag gegenüber bild.de.

IS droht: "Nur ein kurzer Blick auf kommende Flut"
"Die Terrormiliz hat im gesamten Nahen Osten Anhänger, manche von ihnen sind Rückkehrer aus dem Irak oder Syrien und bereit, in ihrer Heimat Anschläge zu verüben. Wie groß und eng dieses Netzwerk ist, ist allerdings schwer einzuschätzen", so Lewin weiter, der befürchtet, dass die Lage im Nahen Osten noch "viel schlimmer" werde. Zumal auch aus den diversen Bekennervideos und -schreiben der Terroristen hervorgeht, dass die jüngsten Anschläge nur "ein kurzer Blick auf die kommende Flut" sein wird.

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