Fr, 15. Dezember 2017

Kunden betrogen

20.03.2015 16:56

Bettlerbande hat Bankomat manipuliert

Gleich 15 Mal blieb Geld an einer verstellten Leiste an Bankomaten in Salzburg kleben, Kunden rechneten mit einem Gerätfehler außerhalb der Geschäftszeiten. Drei Täter der Gruppe sitzen bereits in U-Haft.

Das Prinzip ist einfach: Über die Ausgabeschlitze verschiedener Geldautomaten im Salzburger Bahnhofsbereich und in Maxglan montierten die Männer – sie stammen aus dem Bettlermilieu – eine Aluleiste. Die späteren Opfer bemerkten nicht, dass etwas an den Bankomaten verändert wurde und hoben wie gewohnt Geld ab. Doch die Maschine spuckte die Scheine nicht aus, denn diese blieben dank Klebstoff oder einem Klebeband an der Schiene hängen. Die Bankkunden dachten an einen Gerätefehler. Da die Manipulationen außerhalb der Geschäftszeiten passierten, konnten die Opfer auch nicht gleich mit Bank-Mitarbeitern Kontakt aufnehmen. Sie gingen also ohne Geld. Das war der Moment für die Täter – sie brauchten nur noch die Scheine von der Leiste zupfen.

Zwei der mutmaßlichen Täter sitzen jetzt in U-Haft. Ein 26-jähriger Rumäne geriet dank einer aufmerksamen Maxglanerin ins Visier der Ermittler. Am 18. Februar hatte der Mann an ihrer Haustür gebettelt. Er war sehr aufdringlich und verhielt sich verdächtig. Die Frau glaubte, er könnte möglicherweise die Gebäude für spätere Einbrüche ausspionieren und schlug Alarm. Beamte der temporären Ermittlungsgruppe Bettelei hielten den Verdächtigen an. Da er aber kein Diebesgut bei sich hatte und es auch sonst keine Indizien zu einer Straftat gab, musste er vorerst eine Strafe wegen des aufdringlichen Bettelns berappen.

Vierter Mann gesucht – 15 Fälle bekannt
Kurz darauf stellte sich heraus, dass genau jener kontrollierte Mann auch mit den Manipulationen zu tun hatte. Bei der Anhaltung trug er dieselbe Kleidung wie beim Geld abholen in einer Bankfiliale. Der Rumäne bestritt die Vorwürfe und meinte, er sei in der Bank gewesen, weil er selbst Bares gebraucht hätte. Dabei blieb er auch als die Polizisten ihm erklärten, dass er dafür eine Bankomatkarte und ein Konto brauchte, was er aber beides nicht besaß. Ein weiterer Bettler (37), der ebenfalls auf den Aufnahmen der Kameras in den Geldinstituten zu sehen war, konnte am Salzburger Bahnhof ausgeforscht werden. Der Mann zeigte sich geständig und belastete auch den 26-Jährigen. Beide sitzen jetzt in U-Haft. Ein 22-jähriger Komplize sitzt außerdem in Wien im Gefängnis. Er konnte nach einer Manipulation in der Bundeshauptstadt gefasst werden. Nach einem vierten Rumänen (25) wird noch gefahndet. Bisher sind in Salzburg und Wien 15 Fälle bekannt. Die Schadenssumme will die Polizei aus taktischen Gründen nicht nennen.

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