Di, 17. Oktober 2017

Minispiel-Sammlung

21.03.2015 08:30

„Mario Party 10“: Multiplayer-Gaudi im Test

Mit "Mario Party 10" hat es Nintendos beliebtes digitales Gesellschaftsspiel nun endlich auch auf die aktuelle Heimkonsole Wii U geschafft. Serientypisch arbeiten sich die Spieler darin über Spielfelder voller Minispiele, erstmals dürfen fünf Spieler im asymmetrischen Bowser-Party-Modus gegeneinander antreten. Ob Nintendos neue Minigame-Sammlung das Zeug zum Klassiker hat, klärt unser Test.

Das Spielprinzip von "Mario Party" ist Serienfans hinlänglich bekannt und hat sich auch im neuesten Ableger nicht geändert: Wie schon im letzten Teil für die Wii treten vier Spieler in Gestalt von Nintendo-Helden auf verschiedenen hübschen Spielfeldern gegeneinander an, würfeln sich von Feld zu Feld, absolvieren Minispiele, sammeln Items – und versuchen, am Ende siegreich zu sein.

"Mario Party 10" erweitert das Spielprinzip um den Bowser-Party-Modus, bei dem vier Spieler mit WiiMotes am TV-Gerät spielen, der fünfte nutzt das Touchscreen-Gamepad der Wii U und steuert Bowser. Aufgabe des fünften Spielers ist es, die anderen in den Minispielen zu behindern und ihnen das Leben so schwer wie möglich zu machen. Die vier Spieler, die am TV-Gerät spielen, versuchen ihrerseits, trotz Bowsers Sticheleien möglichst rasch ins Ziel zu kommen.

Auch ohne Vorkenntnisse gut spielbar
"Mario Party 10" hat zwar ein schnell zugängliches Minispiel-Menü, mit dem einzelne Minigames zwischendurch auch alleine gespielt werden können, im Kern ist es aber ein lokales Mehrspieler-Game. Richtig viel Spaß macht "Mario Party" bei einem gemütlichen Spieleabend mit Freunden – auch, weil es Nintendo wieder einmal geschickt verstanden hat, auch Einsteiger bei der Stange zu halten.

Soll heißen: "Mario Party 10" ist ein Game, das man auch ohne Vorkenntnisse spielen kann – und zwar weitgehend unabhängig vom Alter. Die Steuerung ist schnell verinnerlicht, die Minispiel-Häppchen sind üblicherweise nicht sonderlich komplex und neben dem Können des Spielers braucht es auch eine gehörige Portion Glück, um zu gewinnen. Es ist durchaus möglich, dass ein völliger Neuling eine Partie "Mario Party 10" am Ende als Sieger verlässt.

Nintendo geht keine Experimente ein
Kleines Manko: Bis auf den Bowser-Modus bringt "Mario Party 10" für Serienkenner wenig Neues. Das Spielprinzip an sich hat sich seit gefühlten Jahrzehnten nicht verändert, woran auch die sechs neuen Spielfelder und 70 Minigames des neuesten Serienablegers nichts ändern. Risiken ist Nintendo mit dem neuesten "Mario Party" nicht eingegangen und irgendwann hat man dann auch genug von den Minigames.

Na gut, eine Neuheit neben dem Bowser-Modus gibt es dann doch: Den Amiibo-Partymodus, bei dem Nintendos NFC-Plastikfiguren genutzt werden. Dabei nutzt der Spieler die NFC-Figuren und lässt sie auf einem mehrteiligen Spielfeld Sterne sammeln. Mit der Zeit schaltet der Modus auch neue Inhalte frei, vom Hocker hat er uns im Test aber nicht gehauen.

Hübsche HD-Optik, stimmiger Sound
Dafür weiß "Mario Party 10" optisch zu gefallen. Das Game kommt in feiner HD-Auflösung daher, ist bunt und mit viel Liebe zum Detail designt. Für herunterklappende Kinnladen sorgt die Optik zwar nie und auch manche Animation wirkt ein wenig hölzern, insgesamt ist sie jedoch stimmig. Lobenswert: Beim Testen fielen uns keine Bugs auf und auch die Bildrate blieb stets konstant.

Auch an der Soundkulisse haben wir nichts auszusetzen: Nintendo hat das Game mit eingängigen Liedern hinterlegt, die Soundeffekte sind durchaus unterhaltsam. Sprachausgabe gibt es nur in Form der Nintendo-typischen Quiek- und Brabbel-Laute, was wir aber nicht als Manko werten.

Zumindest für manche Nutzer sehr wohl ein Manko: Um "Mario Party 10" tatsächlich sinnvoll als Partyspiel nutzen zu können, braucht es vier WiiMotes, die nicht jeder Wii-U-Besitzer zuhause hat und deren Anschaffung das Geldbörsel belastet. Da ist es auch nur ein schwacher Trost, dass "Mario Party 10" an sich mit einem Preis von rund 40 Euro relativ günstig ist.

Äußerst unterhaltsam im Multiplayer
Auch wenn Innovationen fehlen und der neueste Teil Veteranen der Serie kaum mit Überraschungen konfrontiert: Im Multiplayer-Modus, also seiner Kerndisziplin, ist und bleibt "Mario Party" ein äußerst unterhaltsamer Titel. Es entfaltet zwar zu keiner Zeit die Spannung eines "Mario Kart 8" oder "Super Smash Bros.", ist aber eine gute Wahl für geruhsamere Zusammenkünfte, bei denen neben dem Spielen auch die Geselligkeit im Vordergrund stehen soll.

Erwähnens- und lobenswert: "Mario Party 10" ist durch seine Zugänglichkeit und die kindgerechte Aufmachung in Kombination mit dem etwas glücksabhängigen Gameplay für jedermann geeignet, kann also durchaus auch einmal für einen Spieleabend mit mehreren beteiligten Generationen verwendet werden. In diesem Punkt hat es den etwas Übung erfordernden hauseigenen Konkurrenten "Mario Kart 8" und "Super Smash Bros." etwas voraus.

Fazit: Wer ein Fan der "Mario Party"-Reihe ist, macht mit dem zehnten Serienteil wenig falsch, sollte sich davon aber auch keine großen Sprünge erwarten. Der Bowser-Modus ist eine unterhaltsame Dreingabe, das restliche seit Jahren unveränderte Gameplay könnte aber bei Veteranen Abnutzungserscheinungen zeigen. Trotzdem: Als zugänglicher und unkomplizierter Mehrspielertitel für launige Matches mit Freunden und Verwandten taugt auch der zehnte Ableger von "Mario Party". Selbst, wenn er nicht das Suchtpotenzial anderer Nintendo-Multiplayertitel entfaltet.

Plattform: Wii U
Publisher: Nintendo
krone.at-Wertung: 7/10

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