Mi, 22. November 2017

Qarnot Q.rad

20.03.2015 10:12

Dieser Heizkörper ist Teil eines Supercomputers

Das französische Unternehmen Qarnot will das Heizen revolutionieren und baut einen vernetzten Heizkörper mit vier starken CPUs, die unter Last Wärme produzieren. Ihre Rechenpower wird für Aufgaben verwendet, die sonst von Supercomputern gelöst werden müssten. Der Trick: Q.rad-Heizkörper werden über das Internet zu einem Rechencluster zusammengeschlossen, den Qarnot-Kunden anmieten können.

Die auf der CeBIT präsentierte Idee der Franzosen ist einfach, aber genial: Statt die Abwärme zu vergeuden, die Computer beim Rechnen produzieren, verteilen sie ihren Großrechner einfach Stück für Stück an Haushalte und Unternehmen und verwenden für die Module ein passives Kühlsystem, das Wärme an die Raumluft abgibt.

Bei kalter Witterung erzeugen die mit vier Prozessoren mit einer Leistungsaufnahme von 500 Watt gespickten Heizkörper so nicht nur Wärme, sondern helfen auch bei der Lösung komplexer Probleme.

350 Stück wurden bereits installiert
Wie das IT-Portal "Heise" berichtet, hat das Unternehmen bereits die ersten 350 Supercomputer-Heizkörper in Gebäuden installiert. Die Rechenkraft der Wärmeerzeuger wird unter anderem für Risikoanalysen in der Finanzwirtschaft verwendet, könnte aber auch für viele andere rechenintensive Aufgaben genutzt werden.

Der natürliche Feind der Q-rad-Heizkörper ist der Sommer. In der warmen Jahreszeit können sie nur auf niedriger Stufe betrieben werden, da wohl die wenigsten Nutzer bei angenehmer Raumtemperatur ihre Wohnung beheizen wollen. Sinkt im Herbst die Temperatur, steigt somit automatisch auch die Rechenpower, die Qarnot seinen Kunden anbieten kann.

Q.rad braucht Strom und schnelles Internet
Für den Betrieb brauchen die Q.rad-Heizkörper neben einem Stromanschluss auch eine möglichst schnelle Internetverbindung, damit sie Rechenaufgaben aus der Cloud empfangen und die Ergebnisse hochladen können. Diese Art der Großrechenanlage sei zwar nicht für alle Aufgaben optimal, die von Supercomputern gelöst werden, funktionieren aber bei ziemlich vielen, heißt es von Qarnot. Außerdem sei das System flexibel und vergleichsweise günstig.

Um Nutzern des rechnenden Heizkörpers einen zusätzlichen Mehrwert zu bieten, arbeitet Qarnot derzeit daran, das Gerät mit Smart-Home-Funktionen zu erweitern. Der Heizkörper könnte dann nicht nur als Teil eines Rechenclusters, sondern auch als Steuerungszentrale für das vernetzte Eigenheim fungieren.

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