Di, 21. November 2017

Brutaler Übergriff

19.03.2015 22:52

Nach Attacke auf Bettler sitzt Schock noch tief

SPÖ-Gemeinderätin Sabine Gabath wurde Zeugin eines äußerst harten Übergriffs auf zwei rumänische Bettlerinnen. Ein Slowake befindet sich wegen Raubs und Körperverletzung in Untersuchungshaft.

"Dieses dramatische Erlebnis werde ich nie wieder vergessen." Es war Sonntag, der 1. März, als Sabine Gabath (45), gut gelaunt mit ihrem Mann Franz Richtung Altstadt spazierte. Plötzlich waren vor dem Durchgang des Neutortunnels (Hildmannplatz) lautstarke Hilferufe zu hören, wie die SPÖ-Gemeinderätin der Stadt Salzburg der "Krone" schildert: "Polizia! Mafia! Polizia!" schrie eine rumänische Bettlerin Mitte 30 völlig verzweifelt. "Als mein Mann und ich näher kamen, sahen wir eine andere, etwa 50-jährige Bettlerin zusammengekauert auf dem Boden liegen. Wir rannten sofort hin und fragten was passiert sei." Die junge Rumänin deutete mit ihrem Finger auf einen Mann in unmittelbarer Nähe und machte in Gebärdensprache verständlich, dass dieser das erbettelte Bargeld aus ihrem Becher geraubt und die am Boden liegende Frau mit Füßen getreten hatte. Auch die junge Rumänin bekam mehrere Faustschläge ins Gesicht.

Ohne zu zögern stellte das Ehepaar den Beschuldigten zur Rede: "Die haben einen Vogel!", war das Einzige, was dem jungen Mann slowakischer Abstammung zu entlocken war. Die Politikerin rief die Polizei, worauf der Slowake fluchtartig das Weite suchte. Ihr Mann Franz nahm die Verfolgung auf, sodass der Täter gestoppt und von der Polizei gefasst werden konnte. "Die ganze Zeit über ist die junge Rumänin zitternd und kreidebleich neben mir gestanden. Ich arbeite in der Gesichtschirurgie und mir war von Anfang an bewusst, dass die Verletzungen der beiden Frauen ernst zu nehmen waren. Die Körpersprache verriet, wie sehr sie unter Schock standen", berichtet die diplomierte Gesundheits- und Krankenschwester aus der Uniklinik.

Verdächtiger ist kein Unbekannter bei Polizei
Derzeit sitzt der 18-jährige slowakische Bettler in U-Haft. "Der Täter ist in keiner Weise geständig und streitet alles ab. Wie es weiter geht, ist Sache der Staatsanwaltschaft. Leider mussten wir in letzter Zeit mehrere solche Strafrechtsdelikte von Bettlern verzeichnen", so Polizeisprecher Michael Rausch. Dem nicht genug ist er bei der Polizei schon wegen zwei weiteren Delikten bekannt: Im Oktober stahl er einen Tablet-Computer und ein Monat später überfiel er einen Straßenmusikanten und erbeutete dessen hartnäckig erspielte 60 Euro. Auch damals bestritt er beide Straftaten. "Was mich am meisten verärgert ist, dass kein einziger Passant, der das Szenario beobachtet hat, stehen geblieben ist. Ich bin absolut gegen Gewalt und äußerst schockiert, dass niemand der vor Schmerzen am Boden krümmenden Frau half. Sowas habe ich zum ersten und hoffentlich letzten Mal erlebt", so Gabath, die seit Mai 2014 für die SPÖ im Gemeinderat sitzt.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden