Sa, 21. Oktober 2017

ÖGB, AK und Kirche

19.03.2015 22:00

Neue Allianz fordert leistbares Wohnen in Tirol

Während am Tiroler Landesfeiertag am Franziskanerplatz Innsbruck Demonstranten auf die Situation von Wohnungslosen aufmerksam machten, formierte sich in der AK-Zentrale eine besondere Allianz für das Recht auf leistbares Wohnen. Eine Resolution von Gewerkschaft, AK und Kirche soll den Druck auf die Politik erhöhen.

Wohnen ist ein Grundrecht! Das betonen Bischof Manfred Scheuer, AK-Präsident Erwin Zangerl und ÖGB-Chef Otto Leist bei ihrem Pressetermin unisono. Sie haben sich den Landesfeiertag ausgesucht, um ihre Resolution zu unterzeichnen. Eine Resolution, in der eine Wohnbauoffensive ebenso gefordert wird wie eine Senkung der Baukosten, eine Zweckbindung der Wohnbauförderung und einheitliche und soziale Mietzinsbeihilfen in ganz Tirol. Die Datengrundlage für die Resolution lieferte eine von der AK in Auftrag gegebene Studie. "Wir dürfen nicht alles dem freien Spiel der Marktkräfte überlassen. Verteilungsgerechtigkeit muss ein Grundinteresse unserer Gesellschaft bleiben", mahnt Bischof Scheuer die Politik, lenkend einzugreifen, bevor der überhitzte  Wohnungsmarkt ganz aus den Fugen gerät.

Baukosten 12 Prozent über dem Durchschnitt

"In Tirol liegen die Baukosten um 12 Prozent über dem Österreich-Durchschnitt. Damit weiß man auch schon, dass hier großes Sparpotenzial liegt", rechnet ÖGB-Chef Otto Leist vor. In Tirol werde derzeit eine "Verknappungspolitik" betrieben, sagt AK-Präsident Erwin Zangerl: "Tirol wird immer mehr zum Spekulationsland." Es sei höchst an der Zeit für einen Kurswechsel, meinen die drei Unterzeichner der Resolution. Ob und in welcher Form die Politik ihre Appelle erhört, bleibt abzuwarten.

Studie sieht viel Einsparpotenzial

Luis Leiter – ehemaliger Geschäftsführer der Neuen Heimat Tirol - hat die Studie "Leistbares Wohnen in Tirol" erarbeitet. Zentrale Aussagen daraus: 1. Minus 10 bis 15 % bei den Baukosten sind u.a. mit Änderungen bei Raumordnung, Bauvorschriften oder Bauordnung möglich. 2. Die Erhöhung der Fördersätze bei der Wohnbauförderung bringt viel, die Erhöhung der Einkommensgrenze für Bewerber wenig. 3. Gemeinden müssen die Vorgaben für die Baudichte überdenken. 4. Günstigerer Wohnraum ist möglich durch Baurechte auf Grundstücke. 5. Es braucht ein Beihilfensystem für Betriebskosten.

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