Fr, 15. Dezember 2017

Kommt 2017

18.03.2015 15:18

Neue Verbrauchsnorm bringt realistischere Werte

Der Normverbrauch bei Autos hat mit der Realität bekanntlich relativ wenig zu tun. Ab 2017 soll dieser NEFZ durch ein neues Messverfahren ersetzt werden, das realistischere Verbrauchswerte liefern soll. Was die sogenannte WLTP-Norm für die Normverbrauchsabgabe bedeutet, steht noch in den Sternen.

WLTP steht für Worldwide harmonized Light Vehicle Test Procedures. Seit März 2014 haben sich neben den europäischen Staaten unter anderem Australien, China, Indien Japan, Südkorea, Südafrika und die Türkei auf diesen neuen, weltweit harmonisierten Fahrzyklus geeinigt. Damit soll im zunehmend internationalen Fahrzeugmarkt ein einheitlicher Standard sowie eine bessere Vergleichbarkeit für Abgasemissionen und Spritverbräuche gewährleistet werden.

Auch WLTP-Test wird zwecks besserer Reproduzierbarkeit und Vergleichbarkeit der Testergebnisse unter Laborbedingungen absolviert, wie der NEFZ. Auch hier gelten definierte Raum- und Klimavorgaben. Der Test startet bei ca. 23 Grad Lufttemperatur. Neu ist, dass die Fahrzeuge in drei Gewichts- beziehungsweise Leistungsklassen sowie zwei Höchstgeschwindigkeitsklassen eingeteilt werden. Das ist jedoch vor allem für Märkte außerhalb der EU relevant. Die getesteten Wagen sind nicht mehr wie bisher gewichtsoptimiert, es handelt sich um Modelle mit den üblichen Standards wie Klimaanlage an Bord. Der Tank ist statt zu 40 Prozent nun zu 50 Prozent gefüllt.

Ebenfalls neu: Der Normtest wird nun länger und schneller gefahren. Bislang war bei Tempo 120 Schluss. Gemessen wird in vier Phasen bis 60, bis 80, bis 100 und über 130 km/h, um damit Stadtverkehr, Überland- sowie Autobahnfahrten zu simulieren. Der neue Zyklus ist zudem mehr als doppelt so lang und geht jetzt über 23 statt 11 Kilometer, die Fahrzeit wurde um zehn auf 30 Minuten erhöht. Ebenfalls gestiegen ist die Durchschnittsgeschwindigkeit. Sie liegt jetzt bei 47 km/h statt 33,4 km/h.

Wie sehen die neuen Verbrauchsergebnisse aus?
Der TÜV Süd hat einen NEFZ-WLTP-Vergleich durchgeführt. Das erstaunliche Resultat: Nicht immer generiert das neue Testverfahren höhere Durchschnittsverbräuche. Ein Mercedes C 180 fuhr gemäß WLTP um einen halben Liter sparsamer als nach dem alten Testverfahren. Pascal Mast, Leiter des "TÜV Süd"-Abgas-Labornetzwerks, sieht Fahrzeuge mit größeren Motoren im Vorteil. Sie profitieren von der längeren Prüfungszeit - so haben Motor- und Getriebeöle nach 20 Minuten ihre optimale Betriebstemperatur erreicht - sowie von den neuen, unter Volllast definierten Schaltpunkten. Die kleinen, leistungsstarken Turbos dagegen zeigen nach den neuen Messbedingungen höhere Verbräuche als mit dem NEFZ-Verfahren.

Noch nicht angewendet wird die neue Norm bei Elektrofahrzeugen und Plug-in-Hybriden. Wie der elektrische Fahranteil hier bewertet wird, ist noch nicht final entschieden. Bislang zählt die rein elektrische Fahrt als Null-Verbrauch und berücksichtigt die CO2-Entstehung bei der Stromerzeugung nicht.

Ganz so schnell verabschiedet sich der NEFZ-Zyklus jedoch noch nicht. Er bleibt noch eine Weile als Standard-Referenzgröße erhalten: So dürfen die Fahrzeughersteller zur Ermittlung des von der EU vergebenen Grenzwerts von 95 Gramm CO2-Ausstoß bis zum Jahr 2020 weiterhin den NEFZ nutzen.

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