Mi, 13. Dezember 2017

Skandal in England

18.03.2015 12:00

Pornos am Gerichts-PC geschaut: 3 Richter gefeuert

Dass ein Richter seinen Job verliert, ist durch den besonderen Schutz, den Vertreter dieser Zunft genießen, ein vergleichsweise seltenes Ereignis. Umso spektakulärer mutet da ein Fall aus England an, bei dem nun gleich drei Richter gefeuert wurden. Der Grund: Sie nutzten die IT-Infrastruktur des Gerichts, um sich am Arbeitsplatz Online-Pornos anzuschauen.

Dass ihr Arbeitgeber – also der Staat – ziemlich genau verfolgen kann, welche Websites seine Mitarbeiter während der Arbeitszeit aufgerufen haben, scheint den drei gefeuerten Richtern einem Bericht der britischen "Times" zufolge nicht bewusst gewesen zu sein. Unbekümmert surften sie im Büro Schmuddelseiten an und sahen sich Pornos an. Ein vierter Richter, der ebenfalls beim Konsum von Pornos am Arbeitsplatz erwischt wurde, kündigte nach Bekanntwerden des Porno-Skandals von sich aus.

In der Begründung für die Entlassung der drei Richter durch das Judicial Conduct Investigations Office heißt es, die drei Richter "wurden aus dem Richteramt enthoben, nachdem eine Untersuchung ergeben hat, dass sie pornografisches Material auf der richterlichen IT-Ausstattung in ihren Büros angesehen haben". Die einzige Chance der drei gefeuerten Richter – einer von ihnen arbeitete als Einwanderungs-, die zwei anderen als Bezirksrichter – ist nun, ihre Entlassung juristisch anzufechten.

WWW wurde nicht gefiltert, aber überwacht
Beobachter des Skandals gaben sich laut "CNET" erstaunt, dass Rechner in Staatsbesitz überhaupt dazu verwendet werden können, Pornoseiten aufzurufen. In vielen großen Unternehmen, aber gerade auch im staatsnahen Bereich wird der Internetverkehr genau überwacht und der Zugang zu gefährlichen oder pornografischen Seiten gesperrt. Überwacht wurde er zwar offenbar auch in britischen Gerichten, der Zugang zu Schmuddelseiten wurde jedoch nicht verhindert.

England ist Pornografie im Netz gegenüber besonders skeptisch und verpflichtet seine Internetprovider sogar, standardmäßig einen "Pornofilter"zu aktivieren, um die Bürger vor Sexfilmen und einschlägigen Bildern im Netz zu schützen. Gleichzeitig wird das Land immer wieder von Porno-Skandalen erschüttert. Vor rund anderthalb Jahren erfasste einer dieser Skandale sogar das Parlament: Abgeordnete hatten 2012 und 2013 insgesamt 300.000 Mal auf Rechnern des Parlaments nach Online-Pornos gesucht.

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