Do, 14. Dezember 2017

Ukraine-Krise

18.03.2015 06:04

Wladimir Klitschko befürchtet dritten Weltkrieg

Boxweltmeister Wladimir Klitschko, dessen Bruder Vitali den Sport für eine politische Karriere aufgab und mittlerweile Bürgermeister von Kiew ist, sorgt sich um seine ukrainische Heimat und befürchtet sogar den nächsten Weltkrieg. Der Europäischen Union wirft er vor "zu schlafen" und spart dabei nicht mit Kritik an Angela Merkel und Francois Hollande.

Die Vorgehensweise der deutschen Kanzlerin und des französischen Staatspräsidenten in der Ukraine-Krise hält der 38-Jährige für inakzeptabel. "Halten sich Merkel und Hollande die Augen zu?", fragt Klitschko in einem Interview mit der renommierten französischen Sporttageszeitung "L'Equipe". Und legt nach: "So etwas kann einen dritten Weltkrieg auslösen." Mit Blick auf Russland und Kremlchef Wladimir Putin fordert der Boxchamp unmissverständlich: "Man muss den Tyrannen stoppen. Greift den Aggressor an."

Merkel lehnt neue Sanktionen gegen Russland ab
Merkel hatte am Montag bei einem Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko in Berlin dessen Forderungen nach raschen neuen Sanktionen gegen Russland zurückgewiesen. Der EU-Gipfel Ende der Woche in Brüssel werde keine neuen Strafmaßnahmen beschließen, meinte die deutsche Kanzlerin. Stattdessen würden die Umsetzung des vereinbarten Waffenstillstands und des Abzugs schwerer Waffen gefordert. Über eine Verlängerung der bestehenden Sanktionen werde gegebenenfalls erst im Juni debattiert. "Wenn es eine neue Lage gibt, müssen wir neu entscheiden", so Merkel.

Auch Poroschenkos Ruf nach einem Boykott der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland schloss sich Merkel nicht an. Zur Forderung des ukrainischen Präsidenten erklärte sie: "Ich konzentriere mich jetzt mal auf das Jahr 2015. Da haben wir alle Hände voll zu tun, um erst das Minsker Friedensabkommen vom Februar umzusetzen." Poroschenko hatte in der "Bild"-Zeitung verlangt, Russland die WM zu entziehen - eine Weltmeisterschaft in diesem Land sei nach seinen Worten "undenkbar", solange russische Soldaten in der Ostukraine kämpften.

Streit um Sonderstatus für Rebellengebiete in Ostukraine
Das ukrainische Parlament stellte am Dienstag den Rebellengebieten im Osten des Landes einen Sonderstatus in Aussicht - allerdings erst, wenn dort Kommunalwahlen nach ukrainischem Recht abgehalten worden sind. Die moskautreuen Separatisten und die russische Führung hingegen fordern den auf drei Jahre befristeten Sonderstatus bereits vor Wahlen. Sie verweisen zudem auf die Minsker Friedensvereinbarungen, laut denen der Wahlmodus eigentlich mit den Aufständischen abgesprochen werden soll.

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