Fr, 24. November 2017

Verkehrs-Vision

17.03.2015 19:27

28.300 Salzburger sollen täglich U-Bahn fahren

Der Thalgauer Bürgermeister Martin Greisberger steckt als treibende Kraft hinter den Salzburger U-Bahn-Plänen. Das Ministerium in Wien signalisiert Wohlwollen, Verhandlungen über eine Mitfinanzierung stehen noch aus. Bis jetzt sind schon 59 Gemeinden auf den Zug mit aufgesprungen.

Ein strahlender Bürgermeister von Thalgau sieht sich am Ziel seiner Träume: Eine U-Bahn für Salzburg rückt in greifbare Nähe. Unzählige Studien zur unterirdischen Zugstrecke wurden in den vergangenen drei Jahrzehnten bereits durchgeführt. Uneinigkeit der Regierung und bei Investoren führten immer wieder zu heftigen Diskussionen. Vor sieben Jahren dann der Wendepunkt: Der Bürgermeister von Thalgau, Martin Greisberger und Gottfried Mayer rollten das Projekt noch einmal auf. Nach einer fünf- bis sechsjährigen Planungsphase und einer ebenso langen Bauzeit, soll die Salzburger U-Bahn 2026/27 fertig sein. Mit im "Zug" sind nicht nur Landes- und Stadtregierung und 59 Gemeinden aus Salzburg und Oberösterreich, sowie Berchtesgaden und Traunstein. Wohlwollen zeigt auch das Ministerium in Wien – über eine Mitfinanzierung von 50 Prozent müsse jedoch noch verhandelt werden.

Die teuerste Lösung soll den Verkehr beruhigen
"Wir wissen, dass wir da nichts neu erfunden haben, aber wir wollen die zukünftige Verkehrslage verbessern", sagt Greisberger. Als Vorbild gilt dabei die Stadt Karlsruhe in Deutschland, die Verkehrs-technisch eine ähnliche Struktur wie Salzburg aufweist. Doch während in der Baden-Württembergischen Stadt hunderte Mal die Straßenbahn durch das Stadtzentrum rollt, sind es in Salzburg unzählige O-Busse, die sich mit bereits gewohnter Verspätung durch enge Tunnel und Einbahnstraßen winden. Aus diesem Grund hat ein deutsches Expertenteam drei verschiedene Verkehrslösungen durchgerechnet: Eine oberirdisch verlaufende Bahn, eine komplette Untergrabung und eine Misch-Variante. Im Kosten-Nutzen-Vergleich vorne liegt, geht es nach Studienautorin Petra Strauß, ganz klar die unterirdische Strecke. Und das, obwohl der Bau der Tunnelröhren mehr als doppelt so teuer wäre. Zum Vergleich: Eine Stadtbahn oberhalb der Erde würde 230 Millionen Euro kosten, die geplante U-Bahn beläuft sich ohne Verlängerung nach Hallein auf 460 Millionen Euro.

"Die wichtigste Aussage der Studie ist, dass die oberirdische Variante nicht möglich ist", bekräftigt Greisberger. Denn die Infrastruktur der Stadt sei für diesen enormen Verbau durch Schienen nicht ausgelegt. Wohnfläche und Denkmäler seien gefährdet. Der Grund liege klar auf der Hand: Die "Raum-Unordnung", die nicht nur in der Stadt sondern im gesamten Bundesland herrsche. Ebenfalls für die unterirdische Variante spreche die Zeitersparnis. Denn die O-Busse in der Stadt haben bereits jetzt regelmäßige Verspätungen von zwei bis fünf Minuten. Ein Ausbau der Linien würde angeblich keine Verbesserung bringen. Daher soll die geplante Bahn-Verbindung im 5-Minuten-Takt Abhilfe schaffen. Denn mit den Unter-Stadt-Zügen wäre eine Frequenz von 28.300 Fahrgästen täglich möglich.

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