So, 17. Dezember 2017

Dezibel-Alarm

17.03.2015 19:22

In jeder 2. Salzburger Gemeinde ist es zu laut

Astrid Rössler legte am Dienstag den "Umgebungslärm Aktionsplan" für Salzburg vor: Auf 414 Kilometern Bundes- und Landesstraße fahren im Jahr drei Millionen Autos, das sind mindestens 8220 pro Tag. Ausgenommen sind Autobahnen und die Stadt Salzburg. In 61 Gemeinden ist es zu laut.

Der Lkw oder der Dieselbus braust vorbei bis die Fensterscheiben wackeln, die hupende Autokolonne unter dem Balkon: Ein Schicksal, das rund 25.000Menschen im Bundesland Salzburg alltäglich und direkt miterleben. Dazu kommen noch einmal 21.000 Menschen in der Stadt Salzburg, die an Hauptverkehrsstraßen wohnen. Zumindest bei jüngeren und Neubauten gibt es gesetzliche Regelungen, dass Wohnungen so gut wie möglich von der Straße abgewandt gebaut werden müssen, doch in der Praxis gibt es Straßenlärm immer und überall. 60 Dezibel am Tag, 50 in der Nacht sind die vertretbaren Höchstwerte, die aber regelmäßig bis auf 100 Dezibel steigen. Zum Vergleich: Ein Rasenmäher schafft 70 Dezibel, ein Telefon 80, ein Lastwagen 90, eine Kettensäge oder ein Presslufthammer bis zu 120 Dezibel. Die absolute Schmerzgrenze ist bei 130 erreicht, das entspricht einem Düsenjäger.

Die gesundheitlichen Folgen bei Dauerbelastung reichen von Schlafstörungen und Stress-Symptomen über Hörschäden bis zum Herzinfarkt. Vom Verkehrslärm betroffen sind laut dem Aktionsplan bereits 61 Gemeinden, darunter am stärksten Bischofshofen, Eugendorf, Golling, Hallein, Kuchl, Mittersill, Oberalm, Saalfelden, Schwarzach, St. Johann, Straßwalchen und Zell am See. Nicht extra erhoben wurden auf der Lärmkarte die dazu gehörenden Schadstoffwerte, Rössler meinte aber, dass Lärm- und Abgaswerte stets einhergehen.

Was das Land Salzburg gegen den Lärm tut
Höchste Zeit Alarm zu schlagen, sagt die grüne Landesvize: "Ich bin als Politikerin auch da, die unangenehmen Wahrheiten zu thematisieren. Wir müssen den öffentlichen Verkehr forcieren und den Individualverkehr um ein Drittel reduzieren. Da sind schon drei Dezibel weniger. Eingeschränkt gehören dazu die Freizeitfahrten unter fünf Kilometern." Das Land wird außerdem die Lärmschutzfenster-Förderaktion fortsetzen: Zwischen 2003 und 2012 wurden 2,82 Millionen für 6.100 Türen, Fenster und Schalldämmlüfter ausgegeben. Von 2013 bis 2017 werden es noch einmal 1,4 Millionen für 3.000 Einzelelemente sein: "Ebenfalls fort gesetzt werden die Lärmschutzwände. Zwischen 2003 und 2013 wurden 500 Objekte für 7,2 Millionen Euro errichtet. Von 2013 bis 2017 sollen 20 Projekte für 2,5 Millionen realisiert werden", kündigt Rössler an. Doch reichen wird das nicht: Die Landesvize will ihren umkämpften Kurs in der Raumordnung weiter gehen: Nur noch Wohnbau- und Gewerbeflächenwidmungen, wo auch Öffis beziehungsweise Schienenverkehr in der Nähe sind. Gleichzeitig ein Ausbau des öffentlichen Netzes.

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