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22.03.2015 08:29

BQ Aquaris E5: Das kann das spanische Quantenhandy

Der Smartphone-Hersteller BQ verkauft seine Android-Handys in Österreich bislang nur über den eigenen Online-Shop und ist hierzulande noch entsprechend unbekannt. Dabei hätten die Spanier interessante Dinge im Portfolio: Neben der Quantum-Color-Plus-Displaytechnologie, die besonders natürliche Farbdarstellung verspricht, bietet das Unternehmen auch eine optionale Vollkasko-Handyversicherung an, die sogar Displaybruch abdeckt. Die Versicherung konnten wir zwar nicht testen, dafür aber einen Blick auf das Einsteiger-Smartphone Aquaris E5 LTE werfen.

Das Innenleben des BQ Aquaris E5 entspricht über weite Strecken dem, was man sich von einem soliden Einsteiger-Smartphone erwartet. Stellenweise hebt es sich aber deutlich von anderen Geräten der 200-Euro-Preisklasse ab – etwa beim Display, das durch "Quantum Color +"-Technologie eine besonders schöne Farbdarstellung zustande bringen soll. Ebenfalls nicht alltäglich: das Aquaris E5 hat zwei SIM-Kartenslots. Was sonst noch in dem Gerät steckt, verrät die Tabelle:

BQ Aquaris E5 LTE

CPU

Snapdragon 410; 4 x 1,2 GHz

RAM

2 GB

Diagonale

5 Zoll

Auflösung

1.280 x 720 Pixel

Speicher

16 GB

microSD-Slot

Bis 32 GB

Hauptkamera

13 Megapixel, Dual-LED-Blitz

Frontkamera

5 Megapixel

Funk

LTE, N-WLAN, Bluetooth 4.0, GPS, GLONASS

Maße

143 x 72 x 9 Millimeter, 139 Gramm

Akku

2.580 mAh

Software

Android 4.4

Extras

Dual-SIM
optionale Vollkasko-Garantie

Straßenpreis

200 Euro

Die Leistung des Aquaris E5 reicht für den Alltag der meisten Smartphone-Nutzer problemlos aus. Das ressourcenschonende Android 4.4 wird flüssig dargestellt, Ruckler oder sonstige Aussetzer beim Interface konnten wir während des Testzeitraums nicht beobachten. Apps starten ausreichend schnell und auch beim Multitasking gibt sich das Gerät keine Blöße.

Wohlgemerkt: Während das Gespann aus Snapdragon 410 und zwei Gigabyte RAM im Alltag der meisten Smartphone-Nutzer ausreichend Power bereitstellt, sollten sich Fans grafikintensiver Handyspiele nicht zu viel versprechen. Bei Games à la "Asphalt 8" oder "Beach Buggy Blitz" muss man mit reduzierter Grafikqualität vorliebnehmen und auch den einen oder anderen Ruckler in Kauf nehmen.

Farbstarkes Display mit hoher Helligkeit
Das Display des Aquaris E5 ist relativ gut. Zwar erkennt man bei genauem Hinsehen einzelne Pixel und merkt, dass hier keine Full-HD-Auflösung vorhanden ist. Die generelle Farbdarstellung ist aber angenehm natürlich und kann sich sehen lassen, insbesondere Rot stellt das Display sehr schön dar – ob das tatsächlich den angesprochenen Quantenpunkten geschuldet ist, sei dahingestellt. Auch die seitliche Ablesbarkeit, der Kontrast und die maximal erzielbare Helligkeit für den Außeneinsatz gefallen.

Solide Schnappschuss-Kameras an Bord
Die Kamera-Performance ist für ein Gerät dieser Preisklasse solide. Der Autofokus könnte im Zwielicht zwar etwas schneller arbeiten, der kraftvolle Dual-LED-Blitz und der lichtstarke Sony-Bildsensor mit 13 Megapixeln Auflösung sorgen aber selbst bei ungünstigen Lichtbedingungen für ansehnliche Schnappschüsse. Bei guten Lichtverhältnissen arbeitet der Autofokus schneller, die Fotoqualität bietet hier wenig Anlass zur Kritik.

Zwei kleine Schwächen sind uns dann aber doch aufgefallen: Zum einen bietet die Kamera-App keinen 16:9-Aufnahmemodus, wie man ihn gerade am Smartphone zwecks bildschirmfüllender Fotodarstellung durchaus gebrauchen könnte. Zum anderen kann es vorkommen, dass strukturierte Flächen ein klein wenig verwaschen daherkommen. Hierbei handelt es sich aber angesichts des erschwinglichen Preises um Kritik auf hohem Niveau. Zumal die Fünf-Megapixel-Frontkamera bei gutem Licht ein taugliches Selfie-Werkzeug darstellt.

Vernünftige Funkausstattung, zwei SIM-Slots
Die Funkausstattung des Aquaris E5 lässt kaum Wünsche offen. Das Gerät ist LTE-fähig, verfügt über zeitgemäßes N-WLAN und Bluetooth 4.0, lässt allerdings NFC vermissen. Dafür gibt's zwei SIM-Kartenslots, was das Aquaris E5 für all jene interessant macht, die gerne zwei Netze gleichzeitig nutzen – sei es, weil sie in Grenznähe wohnen und neben der österreichischen auch die SIM-Karte eines ausländischen Providers nutzen möchten oder weil sie Empfangsprobleme ihres Hauptmobilfunkers durch die zweite SIM-Karte kompensieren möchten.

Lobenswert: Während bei anderen Dual-SIM-Geräten oft ein SIM- und ein Kombi-Karteneinschub verbaut werden, wobei Letzterer entweder eine Speicher- oder eben eine SIM-Karte aufnimmt, kommt das BQ-Smartphone tatsächlich mit zwei SIM-Kartenslots und dem zusätzlichen microSD-Speicherkartenslot. Der nimmt zwar "nur" 32 Gigabyte große Speicherkarten auf, erweitert den je nach Modell acht oder 16 Gigabyte großen internen Speicher aber so weit, dass er auch größeren Musiksammlungen und Fotoarchiven Herr wird.

Akku reicht problemlos für einen Tag
Der 2.850 Milliamperestunden große, nicht austauschbare Akku verhilft dem Aquaris E5 ohne Probleme zu einem Tag Laufzeit, bei intensiver Verwendung ist der Stromlieferant am Abend aber so weit ausgemergelt, dass er keinen zweiten Tag durchstehen wird. Nächtliches Stromtanken ist also auch beim BQ Aquaris E5 notwendig. Lobenswertes Detail am Rande: Die Lautsprecher klingen vergleichsweise gut, reichen aber nicht an die Stereo-Speaker von High-End-Geräten wie HTCs One M8 heran.

Gut verarbeitetes, aber unspektakuläres Plastikchassis
Die Verarbeitungsqualität des Smartphone-Spaniers ist solide. Das Gehäuse besteht aus mattem Plastik und ist recht unempfindlich gegen Fingerabdrücke. Zu große Spaltmaße konnten wir am Testgerät nicht entdecken und auch eindrücken lässt sich das Gehäuse kaum – nur unter erheblichem Kraftaufwand gibt die Rückseite leicht nach, allerdings nicht so weit, dass es bedenklich wäre.

In der Hand liegt das Aquaris vergleichsweise angenehm, wenngleich das eckig-unspektakuläre Gehäusedesign vielleicht nicht jedermanns Sache ist. Es entspricht hinsichtlich der Größe den meisten anderen Fünf-Zoll-Geräten und liegt gut in einer durchschnittlich großen Männerhand, die einhändige Bedienung ist angesichts der vergleichsweise großen Bildschirmdiagonale aber nur bedingt möglich. Im Test aufgefallen, aber nicht als störend empfunden: Mit fast 140 Gramm Gewicht ist das BQ-Smartphone relativ schwer.

Unaufdringliche Software, optionale Vollkaskogarantie
Bei der Software setzt BQ auf ein nur vereinzelt angepasstes Android 4.4, wobei uns die wenigen Anpassungen der Spanier durchaus gefallen haben. Zu ihnen zählt beispielsweise ein mächtiger Schnelleinstellungsbereich, der ab Werk viele häufig genutzte Funktionen wie die Taschenlampe zugänglich macht, manchen Ninstellungen sind anpassbar und können auch aufs Nötigste reduziert werden.

Ein nettes optionales Extra, das BQ über seinen Online-Shop anbietet, ist die herstellerseitige Vollkasko-Garantie. Für 30 Euro pro Jahr übernimmt der Hersteller im Unglückfall einmal im Jahr die Reparatur bei Displaybruch, Wasserschaden – oder den Geräteersatz im Fall von Handyraub. Angesichts der horrenden Preise, die in einschlägigen Reparatur-Shops für den Displaytausch anfallen, könnte dieses Angebot gerade für grobmotorischere Smartphone-Nutzer ein echtes Kaufargument sein.

Fazit: BQs spanisches Quanten-Smartphone setzt zwar nirgends neue Maßstäbe, ist aber gerade für Einsteiger ein rundes Paket geworden. Die Rechenpower reicht für den Alltag, das Display ist gut, die Kamera liefert solide Schnappschüsse und der Akku ist ausreichend groß dimensioniert. Kleinere Mankos wie die nur in 4:3 fotografierende Kamera-App oder das eher unspektakuläre Plastikgehäuse mögen den guten Gesamteindruck leicht trüben, für die meisten Anwender dürfte das Dual-SIM-fähige Smartphone aber ein solider Begleiter für den Alltag sein.

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