So, 22. Oktober 2017

Mittels Laserradar

17.03.2015 21:00

Ältestes Römerlager Italiens nahe Triest entdeckt

Nahe Triest haben Forscher die Spuren des vermutlich ältesten bisher in Italien entdeckten Römerlagers ausfindig gemacht. Die Anlage sei im 2. Jahrhundert vor Christus errichtet worden, berichten sie in den "Proceedings" der US-Akademie der Wissenschaften. Das stimme sowohl mit dem Alter archäologischer Funde in der Gegend als auch mit der römischen Geschichtsschreibung überein.

Die Festung könne der Ursprung der heutigen Stadt Triest sein, schreibt das Team um Federico Bernardini vom Internationalen Zentrum für Theoretische Physik in Triest. Mit Laserradar (LiDAR), bodendurchdringendem Radar und archäologischen Grabungen verschafften sich die Forscher einen Überblick über die archäologische Landschaft bei Triest.

Sie entdeckten, dass die 13 Hektar große Hauptanlage San Rocco (Bild C) mit ihren zahlreichen Wällen zwischen zwei kleineren Forts liegt: Monte Grociana Piccola (A) im Nordosten und Montedoro (B) im Südwesten. Zwischen den drei Orten habe eine Sichtverbindung bestanden, berichten Bernardini und Kollegen. Mit diesen Anlagen sei es möglich gewesen, die Muggia-Bucht, die einen geschützten natürlichen Hafen an der Adria bildet, zu überwachen.

Lager wurde rund 200 vor Christus gebaut
Das Forscherteam fand große Ähnlichkeiten der Anlage in San Rocco mit Römerlagern in Spanien, die auf die Zeit 200 bis 150 vor Christus datiert werden. Auch die gefundenen Tonscherben wiesen auf diese Zeit hin. Der römische Geschichtsschreiber Titus Livius berichtet für die Jahre 178 und 177 vor Christus vom zweiten Histrischen Krieg. Darin besiegten die Römer die Histrier, die damaligen Bewohner der Halbinsel Istrien, und gliederten den Landstrich ins Römische Reich ein. Bernardini und Kollegen gehen davon aus, dass die Befestigungsanlagen zu Beginn dieses Krieges errichtet wurden.

Ein gefundener Schuhnagel, der von einem Soldatenschuh stamme, ähnle hingegen Nägeln aus Alesia. An diesem Ort im heutigen Frankreich besiegte die römische Armee 52 vor Christus die Gallier in einer entscheidenden Schlacht. Bernardini und Kollegen schließen daraus, dass die Befestigungsanlagen bei Triest noch über 100 Jahre lang von den Römern genutzt wurden, wenn auch nicht permanent. Die Anwesenheit größerer militärischer Einheiten sei notwendig gewesen, da die Lage in dieser Grenzregion des Römischen Reiches noch lange instabil gewesen sei, erläutern die Forscher.

Festung Ursprung der heutigen Stadt Triest?
"Das entdeckte Hauptfeldlager San Rocco ist der beste Kandidat für den Ort des ersten Triest", schreiben sie. Im Mittelmeerraum und in Westeuropa gehe eine ganze Reihe von modernen Städten auf römische Befestigungsanlagen zurück. Während die historische Stätte San Rocco ein Stück weit vom Meer entfernt liegt, befindet sich das heutige Zentrum von Triest am Eingang zur Muggia-Bucht.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).