Mo, 18. Dezember 2017

Gehaltsstreit

15.03.2015 19:32

CaRevolution der Pfleger zieht weite Kreise

Die SALK-Angestellten fordern wie bei den Ärzten eine Lohnerhöhung um 30 Prozent. Die Protestbewegung schwappt sogar in andere Bundesländer über, die dem Vorbild aus Salzburg folgen könnten.

"Die Dankbarkeit eines Menschen ist mehr wert als jedes Trinkgeld", sagt Fabian Dworzak, ein gelernter Restaurant-Fachmann, der 2011 umgesattelt hat auf "Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger" und auch als Mentaltrainer ist er tätig: "Aber in unserem Beruf ist es leider so: Wir haben Fachwissen, bekommen aber kein dementsprechendes Gehalt. So wie es jetzt ist, ohne Überstunden und Zulagen, da gibt es einfach kein Auskommen mehr." Bis zu 500 Euro weniger verdienen die Pflegekräfte nach dem neuen Arbeitszeitgesetz. Was Fabian Dworzak, seine Kolleginnen und Kollegen besonders wurmt: "Es ist ein Krankenanstalten-Arbeitszeit-Gesetz und kein Ärzte-Arbeitszeit-Gesetz." Den Medizinern hat man, nach massiven Protesten der Ärzte, jetzt ein Plus von 30 Prozent beim Gehalt zugesprochen. Und hier wollen nun die 4000 Pflegekräfte nachziehen.

Bis zu 500 Euro weniger Lohn nach der Reform
1.545 Euro brutto, macht netto 1.182,99 Euro netto, sind momentan ihr Monatslohn. "Viele von uns haben Matura, wir müssen in unserer Ausbildung eine wissenschaftliche Arbeit zum Abschluss schreiben, nicht wenige von uns haben bereits den ’Master of science’ von einem PMU-Lehrgang oder den Bachelor an der FH, wir tragen eine enorme Verantwortung im Alltag", sagt Fabian Dworzak: "So machen wir beispielsweise die Pflegeplanungserstellungen und die Pflegeeinstufung. Wir haben Beratungskompetenz, großes Hintergrundwissen und natürlich auch eine gesetzliche Verpflichtung zur Weiterbildung."

In Salzburg, dem Bundesland mit den höchsten Lebenshaltungskosten, hat der junge Betriebsrat der SALK deshalb die "CaREvolution" angezettelt, Zentralbetriebsrats-Vorsitzende Christine Vierhauser unterstützt ihn dabei voll und ganz. "Wir brauchen eine Grundsolidarität und wollen auch unser Berufsbild zurecht rücken", so Fabian Dworzak. Mit seiner CaREvolution will er die Pflegekräfte in Österreich bündeln und ihnen zu mehr Gewicht im Spitals-Alltag verhelfen: "Man merkt sich leichter das Gesicht eines Arztes als das von fünf Krankenpflegern", sagt er: "Uns geht es wie Geistern: Wir sind immer da, aber kaum einer sieht uns. Wir sind auf einer Intensivstation ständig präsent, nicht die Mediziner." Ihren Button am Pflegekittel mit der Aufschrift "Unsichtbarer Brückenpfeiler der Medizin" haben sie nun in die anderen Bundesländer exportiert, es kommt viel Zuspruch von dort zur Salzburger CaREvolution. Vom Land Salzburg aber gab es bisher nur ein brüskes "Nein" für einen gerechten Pflegekräfte-Lohn.

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