Do, 23. November 2017

Urteil in den USA

14.03.2015 16:15

17 Jahre Gefängnis für Polizeihund „Roccos“ Mörder

Was bei uns als Tierquälerei (maximal ein Jahr Haft) oder Sachbeschädigung (sechs Monate) gilt, wird in den USA offensichtlich um ein Vielfaches härter bestraft: Ein 22-Jähriger geht dort für 17 Jahre ins Gefängnis, nachdem er einen Hund getötet hatte. Der Täter ist allerdings ein mehrfach vorbestrafter Krimineller und sein Opfer ein Diensthund der Polizei von Pittsburgh.

Richterin Jill Rangos hatte auch seine Vergangenheit im Sinn, als sie am 10. März das Strafmaß, mindestens 17 Jahre und neun Monate Haft, für John Rush (22) verlas. Der junge Mann war bereits wegen 20 Gewaltdelikten belangt und vor der blutigen Attacke auf Polizeihund "Rocco" gerade auf Bewährung entlassen worden.

Auch Beamte attackiert und verletzt
Rush hatte im Jänner 2014 gegen seine Auflagen verstoßen und war vor Polizisten in einen Keller geflüchtet. Diensthund Rocco wurde vorgeschickt und daraufhin von dem 22-Jährigen mit einem Messer tödlich verletzt - "in Notwehr", beteuerte sein Anwalt. Rush soll im Zuge seiner Flucht auch zwei Polizeibeamte attackiert und verletzt haben, unter anderem rammte er laut Anklage Roccos Trainer Phil Lerza sein Messer in die Schulter.

Selbst die Mutter des Beschuldigten sagte während des Prozesses gegen ihren Sohn aus - sie habe Angst vor ihm.

"Rocco-Gesetz" erlassen
Die Richterin stellte letztlich die Tötung des Hundes sowie die Attacken auf zwei Polizisten auf eine Stufe - am schwersten wiegt insgesamt wohl dennoch der "Tiermord". Dieser hatte nämlich bereits weitere juristische Konsequenzen, wenn auch nicht für den Angeklagten: In Pennsylvania gilt seit dem Tod des Vierbeiners das sogenannte Rocco-Gesetz, wonach auf Tötung eines Diensthundes bis zu zehn Jahre Haft und 25.000 Dollar Geldstrafe stehen.

Zudem sorgt das Rush-Urteil selbst für Diskussionen: Während etwa die Polizei von Pittsburgh sich "sehr glücklich" über den Richterspruch zeigte, bewerteten diverse unabhängige US-Juristen die Strafe als "überzogen" oder "ungewöhnlich hoch".

Große Trauerfeier und Hundestatue
Der achtjährige Deutsche Schäferhund war nach der Attacke nicht gleich gestorben - für seine medizinische Behandlung sowie die Verbesserung der Trainingsbedingungen von Polizeihunden und Schutzwesten für die Tiere wurden damals innerhalb weniger Tage mehr als 100.000 Dollar gespendet. Rocco wurde schließlich anhand einer dramatischen Zeremonie - mit Dudelsackmusik, Trauermarsch und 1.200 Gästen - zu Grabe getragen.

Im Allegheny County soll nun nahe eines bekannten Polizei-Memorials eine Hundestatue errichtet werden, an der die Namen von Polizeihunden aufgelistet werden, "die in Ausübung ihrer Pflicht ihr Leben ließen".

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