Mi, 13. Dezember 2017

Deserteur packt aus:

14.03.2015 11:53

Warum IS-Geiseln vor der Hinrichtung so ruhig sind

Die Terrormiliz Islamischer Staat sorgt mit ihren brutalen Hinrichtungsvideos für Angst und Schrecken. Alleine beim Anblick der orangefarbenen Häftlingskluft stockt Menschen auf der ganzen Welt der Atem. Eine Frage drängt sich allerdings immer wieder auf: Warum bleiben alle Geiseln selbst in der Sekunde vor ihrer Hinrichtung so gelassen? Ein IS-Deserteur packte nun aus und verriet die Methoden des IS.

Der Deserteur, der sich Saleh nennt, sprach mit dem britischen TV-Sender Sky News offen über die Hinrichtungsvideos der Dschihadistenmiliz. Er selbst habe als Übersetzer gearbeitet und die Aufgabe gehabt, die Geiseln zu beruhigen. "Nur ein Video, wir töten dich nicht. Wir wollen, dass deine Regierung die Angriffe auf Syrien stoppt. Mit dir haben wir keine Probleme, du bist unser Besucher", habe er den Männern gesagt.

Da die Gefangenen immer wieder zu solchen Videoaufnahmen gezwungen würden, glauben sie irgendwann, dass man ihnen nichts antun werde. Selbst kurz vor ihrer tatsächlichen Hinrichtung ahnen sie nicht, was ihnen sogleich blüht, und lassen daher das vermeintlich gewohnte Prozedere mit stoischer Gelassenheit über sich ergehen, berichtete der Deserteur.

Geiseln ein Gefühl von Freundschaft vermittelt
Zuvor hätten die IS-Kämpfer auch noch versucht, den Geiseln das Gefühl zu vermitteln, sie seien unter Freunden. "Die Männer erhielten arabische Namen, wie etwa der japanische Journalist Kenji Goto, der nur noch Abu Saad gerufen wurde." Laut Saleh sei der Japaner durch das Vorgehen sichtlich beruhigt gewesen.

Hinrichtung muss gezielte Propaganda im Sinne des IS sein
Die Beruhigung der Geiseln sei dem IS deshalb so wichtig, um mit dem Hinrichtungsvideo gezielt Propaganda im Sinne der Terrormiliz zu machen. Würden die Geiseln um ihr Leben betteln und um Gnade winseln, würde das nur Mitleid erregen. Im für sie schlechtesten Fall würde der Getötete sogar noch zum Helden.

"'Jihadi John' ist der IS-Henker"
In dem Interview bestätigte der Deserteur auch noch, dass es sich bei dem IS-Henker um den Briten Mohammed Emwazi alias "Jihadi John" handelt. Es soll aufgrund seiner Bereitschaft, Ausländer zu töten, gefürchtet sein und werde daher auch respektiert. Wie die "Krone" bei Insider-Recherchen erfuhr, soll sich der 26-Jährige übrigens vor nicht einmal acht Monaten in Wien aufgehalten haben - wenig später erschien das erste Enthauptungsvideo mit ihm als Henker.

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