Fr, 24. November 2017

Panne in Tirol

12.03.2015 16:37

Missverständnis: Lawinenübung löst Großeinsatz aus

Eine nicht angemeldete Lawinenübung von Alpenvereinsmitgliedern hat am Donnerstag in Tirol einen Großeinsatz der Rettungskräfte ausgelöst. Laut Leitstelle Tirol war ein Notruf abgesetzt worden, in dem von mindestens drei Verschütteten und bereits ausgegrabenen Wintersportlern die Rede gewesen sei. Daraufhin machten sich drei Hubschrauber, Bergretter sowie Hundeführer mit Suchhunden auf den Weg.

Der Leiter der Übung, Michael Larcher, ortete Kommunikationsfehler, die zu dem Fehleinsatz geführt hätten. Die Übung sei zwar der Polizei angezeigt worden, bei der Leitstelle sei allerdings ein "ganz normaler Notruf" eingelangt, berichtete Schichtleiter Alexander Narrer. Im Gebiet des 3.496 Meter hohen Schrankogels seien mehrere Wintersportler verschüttet, einer bereits ausgegraben worden, hieß es. "Wir haben dem Anrufer dann telefonisch sogar erklärt, wie der Bewusstlose zu behandeln ist", sagte Narrer. Niemand habe ahnen können, dass es sich um eine Puppe gehandelt hatte. Bei einer derartigen Alarmierung werde "das volle Programm" in Gang gesetzt.

Drei Hubschrauber, zwei Hundeführer und Bergretter im Einsatz
So standen am Schrankogel in den nördlichen Stubaier Alpen sofort der Hubschrauber des Innenministeriums, zwei Notarzthubschrauber, zwei Hundeführer sowie Bergretter zweier Ortsstellen im Einsatz.

Wenig Verständnis für die nicht angemeldete Alpenvereinsübung zeigte auch der Ortsstellenleiter der Ötzer Bergrettung, Florian Falkner: "Wir sind alle berufstätig und Freiwillige", betonte er. Seine Leute hätten sich nach der Alarmierung alle zum Einsatzort aufgemacht. Sogar ein Hundeführer aus Innsbruck sei eingeflogen worden. Vor Ort habe sich dann herausgestellt, dass es eine Übung sei.

Zwei Kommunikationsfehler passiert
Die Übung sei von der Bundessportakademie in Innsbruck organisiert gewesen, so Larcher. Er selbst habe über den internationalen Notruf "112" die Übung bekannt gegeben. Dies sei aber offenbar nicht an die Leitstelle Tirol weiterkommuniziert worden, sagte der Übungsleiter.

Bei dem Kurs habe es sich um eine Ausbildung zum staatlich geprüften Instruktor Skitouren gehandelt. Larcher selbst ist Leiter der Bergsport-Abteilung im Alpenverein, Gerichtssachverständiger und staatlich geprüfter Bergführer.

Wie jedes Jahr hätte der Kurs mit der Übung im freien Gelände enden sollen. Dazu gehöre auch die "Alarmierung" der Leitstelle unter der Rufnummer "140". Dabei sei dann offenbar ein zweites Kommunikationsproblem passiert. Laut Larcher habe sein Kursteilnehmer zu Beginn des Gespräches mit der Leitstelle darauf aufmerksam gemacht, dass es sich um eine Übung handle. Dies sei aber offensichtlich nicht gehört worden.

Gewundert habe man sich, dass die Leitstelle den Ernstfall "so mitspielt". Erst später habe sich das Missverständnis herausgestellt. Larcher bedauerte den Großeinsatz. Hubschrauber habe er vor Ort keine gesehen. Sie seien aber offenbar bereits in der Luft gewesen.

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