Do, 14. Dezember 2017

Teils haarsträubend

12.03.2015 11:41

Vorsicht vor Schrottmietwagen im Urlaub!

Vorsicht vor Billig-Mietwagen im Urlaubsland: Der Autoclub Europa (ACE) und die Sachverständigen-Organisation GTÜ haben bei einer Stichprobe auf Mallorca gefährliche Sicherheitslücken festgestellt: Die Hälfte der angemieteten Autos waren nicht verkehrssicher und hätten bei uns sicher kein Pickerl bekommen.

Fast bis aufs Metall abgefahrene Bremsbeläge, Reifen ohne Profil, verformte Felgen, eine undichte Benzinleitung, nicht funktionierende Beleuchtung: Die Liste der Mängel, die die Sachverständigen bei den zehn am Flughafen und bei lokalen Anbietern im Umreis von Palma angemieteten Autos notierten, ist beängstigend lang. Daneben hatten die Prüfer auch eine kuriose Begegnung mit einem Cabrio-Dach, das sich aufgrund eines Heckschadens gar nicht öffnen ließ. Auf Beschwerden reagierten die lokalen Anbieter gereizt.

Als repräsentativ kann die Stichprobe natürlich nicht gelten, wohl aber kann sie eine Warnung für Urlauber sein, bei der Übergabe des Wagens genauer auf den Zustand des Wagens zu achten, als nur die Glas- und Lackschäden zu protokollieren. Einige Punkte gibt es dabei besonders zu beachten.

Auf diese Mängel unbedingt achten
Der erste Blick bei der Mietwagen-Übernahme sollte Reifen und Felgen gewidmet sein, empfiehlt der ACE. Haben die Reifen noch genügend Profil? Schrammen an den Felgen sind in der Regel harmlos aber trotzdem zu protokollieren, bei Rissen oder Brüchen sieht es schon anders aus: Nicht selten sind dann auch Fahrwerksteile verzogen, was die Fahrstabilität beeinflussen kann.

Auch als Laie einfach überprüfen lässt sich die Beleuchtung. Besonderes Augenmerk sollten Urlauber den Scheiben widmen, hier sollten auch kleinste Schäden protokolliert werden. Denn tückischerweise sind oft Steinschläge im Kleingedruckten vom Vollkaskoschutz ausgenommen: Geht die Scheibe zu Bruch, bleibt der Mieter auf den Kosten sitzen. Es empfiehlt sich, auch in einem sonnigen Landstrich die Scheibenwischer zu überprüfen, die gerne mal in einem schlechten Zustand sind. Kommt man damit in einen Starkregen, ist die Weiterfahrt gefährlich. In vielen Ländern ist mittlerweile eine Warnweste pro Insasse Pflicht, auch Warndreieck, Verbandskasten und Reserverad sollten unbedingt vorhanden sein.

Darüber gibt es noch weitere Tipps zu beachten: Eine Online-Buchung im Voraus ist vor allem in der Hauptreisezeit meist günstiger. Kindersitz oder Navi kosten bei der Anmietung meist saftige Aufpreise, oft lässt zudem der Zustand zu wünschen übrig. Besser ist es, beides von zu Hause mitzubringen.

In Sachen Sprit nicht über den Tisch ziehen lassen
Apropos Aufpreis: Am nachvollziehbarsten ist eine Tankregelung, bei der man einen vollen Tank übernimmt und das Auto auch so wieder abgibt. Vorsicht: Muss der Mietwagenbetreiber nachtanken, kostet das extra. Immer mehr Vermieter gehen allerdings dazu über, einen Preis für den bereits gefüllten Tank zu berechnen, diese Füllung ist zumeist überteuert, auch weil Restbenzin bei der Rückgabe in der Regel nicht berücksichtigt wird. Einen Strafzettel sollte man übrigens nach Möglichkeit sofort vor Ort begleichen, verlangen doch manche Vermieter eine hohe Bearbeitungsgebühr.

Beachten sollte man bei der Anmietung auch das Kleingedruckte: Freie Kilometer sind eigentlich üblich, ab und zu stehen in den Verträgen allerdings doch Beschränkungen, bei deren Überschreitung es teuer wird. Wichtig ist auch, sich den Passus zur Versicherung genau durchzulesen. Manchmal werden in Verträgen vor Ort Ausnahmen und nicht vereinbarte Selbstbeteiligungen versteckt. Was die Haftpflicht-Versicherung angeht, sollte die Deckungssumme für Personen- und Sachschäden mindestens zwei Millionen Euro betragen, besser 7,5 Millionen, empfiehlt die GTÜ. Heinische Versicherungen gewähren im Rahmen des Vertrags für den eigenen Pkw oft eine "Mallorca-Police", bei der der Versicherungsnehmer auch im Mietwagen im Ausland (natürlich nicht nur auf Mallorca) bis zur Höhe des eigenen Vertrages haftpflichtversichert ist.

Übrigens sollte man auch bei der Rückgabe des Fahrzeugs den Zustand zusammen mit einem Mitarbeiter der Autovermietung dokumentieren und dazu einen Durchschlag des Protokolls verlangen.

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