Mo, 20. November 2017

Kritik an Tempo 80

11.03.2015 12:57

Ärger wegen Rodungen hinter Lärmschutzwand

Seit genau einer Woche ist der "Luft-80er" auf der A1, der Westautobahn bei Salzburg in Kraft. Wirklich glücklich scheint mit der Achtziger-Lösung, abgesehen von der Regierung, kaum jemand zu sein. Neben zahlreichen Autofahrern meldet sich auch Joachim Maislinger, Bürgermeister in Wals-Siezenheim, zu Wort.

Die Bilanz für den flexiblen Achtziger auf der Strecke zwischen Salzburg Nord und Walserberg ist ernüchternd: Lediglich zur Mittagszeit darf durchgehend 100 km/h gefahren werden. Von "Schnecken-Strecke" ist bereits Rede. Die Meinungen sind dennoch geteilt. Während ein Teil der Autofahrer kein Problem mit der Beschränkung hat, wollen sich andere Lenker keinesfalls an das vorgegebene Limit halten.

Keine Veränderungen
Wals-Siezenheims Bürgermeister Joachim Maislinger konnte, zumindest im Bezug auf die Verringerung der Lärmbelästigung, noch keine Verbesserung feststellen. "Wir wohnen direkt neben der Autobahn und sind einiges gewohnt. Aber besser ist es mit dem Achtziger bisher definitiv nicht geworden", sagt Maislinger.

Neben den Überkopfanzeigern und den wechselnden Geschwindigkeitsbeschränkungen gibt es eine weitere Veränderung auf der Stadtautobahn: Der Lieferinger Tunnel darf ab sofort nur mehr mit 80 Stundenkilometern befahren werden. Diese Beschränkung ist fix – nicht der Umwelt zuliebe – sondern um die Sicherheit im Tunnel zu verstärken.

Rasen noch "erlaubt"
Regelmäßige Kontrollen blieben bislang aber noch aus, denn die geplanten Radarboxen kommen erst in einigen Wochen. Der genaue Termin für die Errichtung steht noch nicht fest. Auch von den mobilen Messungen sind bislang keine Überschreitungen beim Strafamt eingegangen. "Wir sind nur für das Immissionsschutzgesetz-Luft zuständig und müssen auf Daten der Polizei warten. Derzeit sind wir also noch auf standby", erklärt Johannes Greifeneder aus dem Informationszentrum der Stadt. Und auch die Polizei hat bislang keine Daten ausgewertet.

Neben den Autofahrern sind nun auch die Bewohner nahe der Autobahn verärgert: Dienstagvormittag wurden die Sträucher und Bäume vor der Autobahn-Schutzwand gefällt. Durch diesen Verlust fällt nicht nur der zusätzliche Sicht- sondern auch der natürliche Lärmschutz weg.

"Eine Nachbarin hat mich völlig aufgewühlt angerufen, dass Holzarbeiter unseren gesamten Bestand fällen – damit wird uns Lebensqualität genommen", so der Bürgermeister. Die Bäume und Sträucher vor der Lärmschutzwand waren außerdem Heim unterschiedlicher Vogelarten wie Rotkehlchen und Meisen, die sich diesen Frühling wohl eine neue Brutstätte suchen müssen.

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