Do, 14. Dezember 2017

Initialen eingeritzt

11.03.2015 10:16

Kolosseum für Selfie verschandelt: Frauen in Haft

Neue Technologien und daraus entstehende Trends können für alte Bauwerke zum ernsten Problem werden. Das zeigt ein Fall aus Rom, bei dem zwei 21 und 25 Jahre alte US-Touristinnen ihre Initialen ins weltberühmte Kolosseum ritzten, um danach ein perfektes Erinnerungs-Selfie mit dem Bauwerk zu knipsen. Passanten riefen die Polizei, die Touristinnen wurden verhaftet. Ihnen droht ein Prozess wegen schwerer Sachbeschädigung.

Der Drang, in sozialen Netzwerken mit besonders spektakulären Urlaubsfotos anzugeben, kann schlimme Folgen haben. Das erfuhren zwei amerikanische Touristinnen in Rom am eigenen Leib. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, entschieden sie sich bei einem Besuch des im ersten Jahrhundert nach Christus erbauten Kolosseums, die antiken Mauern des Bauwerks mit ihren Initialen zu verunzieren und anschließend ein Selfie zu knipsen.

Die Frauen griffen zu einer Münze und ritzten 20 Zentimeter große Buchstaben in die alten Mauern. Passanten beobachteten das Schauspiel schockiert und alarmierten die Polizei, die wenig später am Tatort eintraf und die Frauen verhaftete. Ihnen droht ein Prozess wegen schwerer Sachbeschädigung, bei der Einvernahme durch die römische Polizei zeigten sie sich reumütig. "Das merken wir uns unser Leben lang", sagten sie der italienischen Zeitung "La Republicca".

Wand war nicht so alt wie das Kolosseum selbst
Glück im Unglück für die jungen Frauen: Die Mauer, die sie mit ihren Initialen verunstalteten, war nicht mehr original, sondern stammte von Renovierungsarbeiten aus dem 18. Jahrhundert. Die beschädigte Bausubstanz ist also nicht ganz so antik wie das Kolosseum selbst. Trotzdem reihen sie sich mit ihrer unbedachten Aktion in eine lange Liste unliebsamer Touristen ein, die das Kolosseum mit Ritzereien an der Wand verunstaltet haben. Laut "CNET" haben die italienischen Polizisten auch schon Russen, Brasilianer, Kanadier und Australier wegen der Beschädigung des Kolosseums festgenommen.

Der Fall zeigt, dass bei manchen Menschen im Selfie-Rausch das Hirn aussetzt. Dabei hatten die jungen Amerikanerinnen noch Glück im Unglück: Sie begingen für das vermeintlich perfekte Selfie "nur" eine Straftat. Der Drang zum perfekten Urlaubs-Selfie hat aber auch bereits Menschen das Leben gekostet – etwa ein polnisches Paar, das beim Selfie-Knipsen an einer Klippe in Portugal vor den Augen seiner Kinder in den Tod stürzte.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden