Do, 23. November 2017

Ärzte-Streit

11.03.2015 16:01

Betriebsversammlung: Nur Notbetrieb im AKH Wien

Im Streit um ein neues Arbeitszeitgesetz haben die Ärzte am Wiener AKH am Mittwoch bis zum frühen Nachmittag eine Betriebsversammlung abgehalten. Dabei habe es zahlreiche offene Fragen und die weitere Vorgehensweise in den Verhandlungen zu besprechen gegeben, hieß es. Aus diesem Grund lief Österreichs größtes Spital nur im Notbetrieb. Was die Patienten davon hielten, sehen Sie im krone.tv-Video oben.

An der Betriebsversammlung nahmen laut ORF Hunderte Ärzte teil, wodurch es in den Ambulanzen zu Einschränkungen und Wartezeiten kam. Alle Notfälle seien aber wie üblich sofort versorgt worden, versicherte das Spital. "Die Ambulanzen sind für alle Patienten geöffnet, insbesondere für Patienten, die noch keinen Termin haben, sondern mit Beschwerden zu uns kommen", hatte AKH-Direktor Herwig Wetzlinger vor der Betriebsversammlung gesagt.

Alle planbaren Operationen, Untersuchungen und Therapien hingegen wurden verschoben und sollen in den kommenden Tagen nachgeholt werden. Patienten, die Termine hatten, seien im Vorfeld kontaktiert worden, um die Termine abzusagen oder zu verschieben, erklärte Wetzlinger. "Notfälle und Akutpatienten werden aber selbstverständlich zur Gänze durchgehend behandelt."

Ärzte schmetterten in Urabstimmung neue Regelung ab
Die Wiener Spitalsärzte hatten das zwischen der Gemeinde Wien, der Gewerkschaft, dem Personalgruppenausschuss sowie der Ärztekammer ausverhandelte neue Arbeitszeitmodell am Montag mit großer Mehrheit abgelehnt. Insgesamt sprachen sich in einer Urabstimmung 87,4 Prozent dagegen aus, nur 12,6 Prozent stimmten dafür.

Am Dienstag wurde am AKH dann neuerlich verhandelt. Dabei ging es weiterhin um die Frage, wie sich die neue Obergrenze von 48 Stunden pro Woche auf die Arbeitsbedingungen und die Bezahlung auswirken wird. Annäherung gab es bei dem Treffen keine, Anfang nächster Woche sollen die Verhandlungen weitergehen.

Oberhauser: "Gutes Paket wurde nicht gut kommuniziert"
Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser sieht in dem Streit vor allem einen Fehler in der Kommunikation. Es sei ein "gutes Paket" abgeschlossen worden, dieses wurde aber aus ihrer Sicht "nicht gut kommuniziert". Als "Patientin, Ministerin und Mensch" appelliere sie nun an die Beteiligten, sich an einen Tisch zu setzen und das gute Paket zu kommunizieren.

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