Mo, 18. Dezember 2017

Milchquote fällt

10.03.2015 08:01

Zukunft unserer Milchbauern: Chance oder Drama?

42 Millionen Euro Strafzahlungen, das Ende einer Ära mit dem Fall der Milchquote: Was steht unseren Bauern bevor?, haben wir Landwirtschaftskammer-Präsident Franz Titschenbacher gefragt.

Herr Titschenbacher, 42 Millionen Euro müssen die österreichischen Bauern zahlen, weil sie über die Milchquote geliefert haben, eine Menge davon die Steirer. Warum ist das so viel – und: Wer zahlt das wirklich?

"Das zahlen die Bauern selber. Grundsätzlich kann man halt nicht zur Gänze alles planen – Kühe sind Lebewesen und damit nur bedingt steuerbar.“

Per Ende März fällt die Milchquote, und es ist anzunehmen, dass jetzt alle EU-Länder auf Teufel-komm-raus produzieren werden. Ihre Prognose?

"Die schlechteste Variante haben Sie grad selbst angesprochen. Ich kann nur hoffen, dass da alle ihre Verantwortung wahrnehmen und marktgerecht produzieren. Ich gehe davon aus, dass auch wir in der Steiermark in den nächsten Jahren um 20 Prozent mehr Milchanlieferungen haben werden.“

Dabei war es schon jetzt nicht so einfach, für alles Abnehmer zu finden…

"Das sollte am Markt unterzubringen sein; wir sind gut vorbereitet. Im Fokus: über Milch ,drüberzudenken’, in Richtung Veredelung. Bergland, die Obersteirische Molkerei, die Ennstaler haben stark investiert.“

Es gilt aber auch neue Märkte zu finden – das werden andere Länder allerdings auch versuchen.

"Absolut, das ist der nächste Schritt, der von politischer Ebene unterstützt wird. In Frage kommt der asiatische Raum – genauso wie der europäische selbst. Dort können wir mit dem punkten, was wir haben: Qualitätsproduktion. Gentechnik-frei.“

Wie schaut’s mit Russland aktuell aus?

"Die Importsperre ist aufrecht, die Zeichen stehen nicht darauf, dass sich das in Bälde ändert.“

Sie haben sicher einen Appell an die Supermärkte.

"Einen dringenden: nicht die Marktsituation zu missbrauchen und Preise nicht künstlich zu senken! Wenn gute, wertvolle Milch teils um 0,49 Cent verschleudert wird, während Katzenmilch 4,75 Euro kostet – dann läuft doch etwas gravierend falsch…“

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