Sa, 18. November 2017

200-Euro-Gerät

14.03.2015 08:30

Grundsolides Lese-Tablet: Lenovo Tab S8 im Test

Der PC-Weltmarktführer Lenovo verkauft mit dem Lenovo Tab S8 seit kurzer Zeit ein günstiges Lese-Tablet in Österreich, das auf den ersten Blick ein grundsolides Hardware-Paket zu einem ziemlich guten Preis zu sein scheint. Das Gerät gibt's in verschiedenen Farben für günstigstenfalls rund 190 Euro. Was man für diesen Preis bekommt, hat krone.at ausführlich getestet.

Lese-Tablets mit acht Zoll Diagonale liegen im Trend. Durch die im Vergleich zu Sieben-Zoll-Geräten etwas größere Bildfläche geben sie bessere Surfbretter ab als ganz kleine Tablets, durch ihr geringes Gewicht sind sie bei längeren Surf- und Lesesitzungen angenehmer zu halten als ihre Zehn-Zoll-Geschwister. Was genau in Lenovos neuem Achtzöller steckt, erfahren Sie in der Tabelle:

Lenovo Tab S8

CPU

Intel Atom Z3745; 4 x 1,33 GHz

RAM

2 GB

Diagonale

8 Zoll

Auflösung

1.920 x 1.200 Pixel

Speicher

16 GB

microSD-Slot

Bis 32 GB

Anschlüsse

microUSB

Funkstandards

N-WLAN, Bluetooth 4.0, GPS, GLONASS; LTE-Variante gegen Aufpreis.

Hauptkamera

8 Megapixel mit LED-Blitz

Frontkamera

1,6 Megapixel

Akku

4.290 mAh

Software

Android 4.4

Maße

210 x 124 x 8 Millimeter; 299 Gramm

Straßenpreis

Ab 189 Euro

Die verbauten Komponenten sind zwar keine High-End-Teile, verhalfen dem Tablet im Test aber zu einem durchwegs flüssigen Bedienerlebnis. Apps starten schnell und auch bei mehreren simultan geöffneten Anwendungen kommt das Tablet nicht ins Schwitzen. Einfachere Games stellen für den Atom-Chip kein Problem dar und selbst aufwendigere Kost à la "Asphalt 8" läuft weitgehend flüssig.

Mit 16 Gigabyte internem Speicher und microSD-Kartenleser ist das Lenovo-Tablet auch für größere Musiksammlungen und den einen oder anderen Film gerüstet. Die Funkausstattung ist einigermaßen zeitgemäß, dass Gigabit-WLAN und NFC nicht an Bord sind, dürfte nur wenige Nutzer stören. Ein microHDMI-Port ist nicht vorhanden, der Anschluss an externe Monitore oder Beamer ist also nicht möglich. Dafür hat das Tablet ein GPS-Modul, mit dem es – eine entsprechende Offline-Navigationsanwendung vorausgesetzt – auch als Navi einsetzbar ist.

Tadelloses Display, vernünftige Kamera
Angesichts des günstigen Preises sehr gut gelungen ist das Display des Lenovo-Tablets. Weil es hinter spiegelndem Glas liegt, ist es zwar trotz hoher Helligkeit nicht unbedingt optimal für die Outdoor-Nutzung. Hohe Schärfe bei Text, Bildern und Videos sowie hoher Kontrast und intensive Farben sorgen aber dafür, dass es beim Surfen oder YouTube-Schauen auf der Couch einen sehr guten Eindruck hinterlässt. Die seitliche Ablesbarkeit ist gut, ein Umgebungslichtsensor zwecks automatischer Regelung der Helligkeit wäre aber noch schön gewesen.

Einen ziemlich vernünftigen Eindruck hinterlässt die Hauptkamera des Lenovo-Tablets. Mit acht Megapixeln Auflösung, LED-Blitz und Autofokus liefert sie für Tablet-Verhältnisse passable Schnappschüsse. Zwar könnte sie noch etwas flotter scharfstellen und bei Schlechtlicht weniger Bildrauschen produzieren, in dieser Preisklasse ist sie aber verhältnismäßig gut. Die Frontkamera mit 1,6 Megapixeln Auflösung reicht für Videotelefonate, hochauflösende Selfies sind damit aber eher nicht machbar.

Erstaunlich wohlklingend, brauchbare Ausdauer
Ein Talent, welches das Lenovo-Tablet vielen Mitbewerbern voraushat, ist sein guter Sound. Die Stereolautsprecher an der Front liefern ausgewogenen Klang und können laut genug gestellt werden, um einen kleinen Raum zu beschallen. Vor allem beim Videoschauen ist dies ein nicht zu unterschätzender Vorteil. Positiv hervorzuheben ist auch die mitgelieferte Equalizer-Software, die in Zusammenarbeit mit Dolby entwickelt wurde.

Der Akku mit seiner Kapazität von 4.290 Milliamperestunden verhilft dem Tablet zu keinen Ausdauer-Höchstleistungen wie etwa die riesigen Stromspeicher in Lenovos hauseigener Yoga-Familie. Er reicht aber aus, damit das Lese-Tablet bei einer täglichen Nutzung von zwei bis drei Stunden nur alle zwei bis drei Tage an die Steckdose muss.

"Speckige" Rückseite, unübersichtliche Software
Die Verarbeitungsqualität des Lenovo-Tablets ist angesichts des Preisniveaus überzeugend. Die gummierte Rückseite liegt gut und sicher in der Hand und lässt sich nicht eindrücken, dürfte mit der Zeit durch Fingerabdrücke aber etwas "speckig" werden. Unerwünschte Spalten oder andere Verarbeitungsmängel waren am Testgerät nicht zu entdecken. Im Netz kursierende Berichte, wonach die Gummierung des Geräts nach Autoreifen stinke, können wir nach unserem Test und ausgiebigen Schnupperproben nicht bestätigen.

Alles toll also? Nicht ganz. Während das Lenovo Tab S8 in puncto Hardware ein ziemlich rundes Paket geworden ist, hat uns die Software im Test nicht ganz so gut gefallen. Das liegt hauptsächlich daran, dass Lenovo Android 4.4 seiner App-Übersicht beraubt hat und alle Anwendungen auf den Home-Bildschirmen deponiert werden – egal, ob man sie nun braucht oder nicht. Mit Ordnern oder alternativen Launchern lässt sich hier zwar Abhilfe schaffen, trotzdem fällt diese Eigenheit bei Inbetriebnahme des Geräts etwas unangenehm auf.

Fazit: Letzten Endes ist das Lenovo Tab S8 trotz kleinerer Mankos wie der unübersichtlichen Android-Oberfläche und nicht ganz topaktueller Funkausstattung ein grundsolides Lese-Tablet geworden. Wer nicht allzu viel Geld ausgeben, aber trotzdem ein kompaktes und sauber verarbeitetes Full-HD-Tablet für das Sofa sein Eigen nennen will, wird – etwas Nachbesserungsarbeit beim Interface vorausgesetzt – mit dem Lenovo-Tablet durchaus glücklich werden.

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