Sa, 25. November 2017

Staatliche Zensur

09.03.2015 10:02

China sperrt Online-Zugriff auf Smog-Dokumentation

Eine von Millionen Chinesen geschaute Dokumentation über Smog ist in China gesperrt worden. Innerhalb von rund einer Woche war der Film "Unter der Glocke" mehr als 150 Millionen Mal im Internet abgerufen worden. Er hatte eine landesweite Debatte über die Ursachen für den gefährlichen Feinstaub in der Luft angestoßen.

Am Samstag war die 104 Minuten lange Sendung der ehemaligen Investigativ-Reporterin von Chinas Staatsfernsehen CCTV, Chai Jing, von den größten Videoportalen im Internet verschwunden. Die "New York Times" berichtete, die Propagandaabteilung der Kommunistischen Partei habe die Löschung angeordnet.

In der 103 Minuten langen Doku gibt es unter anderem Interviews mit Behördenvertretern aus der britischen Hauptstadt London und dem kalifornischen Los Angeles, die von ihrem Kampf gegen die Luftverschmutzung berichten. Die Einwohner chinesischer Großstädte leiden seit Jahren unter starkem Smog, insbesondere im Winter ist die Luftqualität oft dramatisch schlecht.

Sie habe den Film als Teil ihres "persönlichen Kampfs" gegen die Luftverschmutzung produziert, weil ihre Tochter mit einem bösartigen Tumor auf die Welt gekommen sei, sagte Chai. Die größten Luftverschmutzer in China sind Kohlekraftwerke, Industrieanlagen und der mit dem wachsenden Wohlstand rasant zunehmende Autoverkehr. Pensionierte Behördenvertreter räumten ein, dass dadurch möglicherweise pro Jahr eine halbe Million Menschen sterben.

Während die Dokumentation in China nur mehr schwer zu erreichen ist, kann sie hierzulande problemlos angesehen werden:

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden