Mo, 18. Dezember 2017

Ritot-Smartwatch

07.03.2015 08:30

Projektor-Uhr: Indiegogo-Investoren bangen um Geld

Die Unterstützer eines Crowdfunding-Projekts auf der Website Indiegogo bangen um ihre Investition in eine futuristische Smartwatch, welche die Uhrzeit und weitere Informationen auf den Handrücken projizieren sollte. Das Projekt Ritot Smartwatch wurde im Sommer 2014 gestartet und konnte die nötigen Gelder für die Uhr binnen kürzester Zeit auftreiben. Den Unterstützern wurde versichert, dass sie ihre Uhren im Februar 2015 erhalten würden. Passiert ist das allerdings nicht.

Monate sind seit der Finanzierung des Projekts ins Land gezogen und mehr als 1,6 Millionen Dollar wurden gesammelt, doch ihre Smartwatches haben die Unterstützer noch immer nicht bekommen, wie wir von krone.at-Leser Thomas F. erfahren haben, der in die Smartwatch investiert hatte. Zwei Geräte hätte er haben wollen, bekommen hat er bis heute keines. Auf seine E-Mails reagierte Ritot mit wenig hilfreichen Standardantworten, der Betreiber der Crowdfunding-Seite Indiegogo war ebenfalls keine Hilfe.

Hersteller spricht von technischen Problemen
Nachdem der Fall bekannt wurde, hat krone.at bei der Ritot-Pressestelle nachgehakt, wann die Unterstützer mit ihren Smartwatches rechnen dürfen. Eine Antwort haben auch wir nicht erhalten. Stattdessen wurde vom Hersteller nach Wochen der Funkstille ein Update auf der Crowdfunding-Seite des Projekts veröffentlicht, in dem man sich für die Verzögerungen entschuldigt und technische Probleme als Grund dafür anführt. Man habe schlicht noch nicht alle Komponenten, um die Uhr fertigzustellen, heißt es dort.

Den Crowdfunding-Investoren ist das ein schwacher Trost. Viele von ihnen befürchten mittlerweile, dass die Uhr nie fertiggestellt wird und sie auf dem Verlust durch die Investition sitzen bleiben. In den Kommentaren auf der Projektseite berichten zahlreiche Investoren, dass sie trotz nicht erfolgter Lieferung ihr Geld nicht zurückbekommen hätten und kritisieren die fragwürdige Informationspolitik des Herstellers. Auch Indiegogo wird kritisiert. krone.at-Leser Thomas F.: "Der Wahnsinn daran ist, dass sich Indiegogo raushält und die Kampagne nicht sperrt."

Indiegogo stiehlt sich aus seiner Verantwortung
Die Website, auf der das Projekt beworben wurde, antwortete unserem Leser, dass "Beiträge, die über Indiegogo geleistet werden, üblicherweise endgültig und nicht erstattbar" seien, als er um eine Erstattung bat. Bei dem Start-up, das die Uhr angekündigt hatte, versicherte man ihm zwar, ihn auf eine "Erstattungsliste" gesetzt zu haben, die versprochene E-Mail mit Details zum Erstattungsprozess wurde ihm jedoch trotz dreimaliger Anfrage nie zugeschickt. Und der österreichische Investor ist den Indiegogo-Kommentaren zufolge mit seiner Leidensgeschichte alles andere als allein.

Der Fall Ritot zeigt die Schattenseiten von Crowdfunding. Die Finanzierungsmethode hat in der Vergangenheit zwar durchaus erfolgreiche Produkte wie die Smartwatch Pebble oder das Weltraum-Game "Elite: Dangerous" hervorgebracht. Es gibt aber auch immer wieder schwarze Schafe in der Crowdfunding-Community, die das versprochene Produkt spät oder gar nicht fertigstellen und liefern. Dass sich die Website-Betreiber von Angeboten wie Indiegogo hier aus der Verantwortung stehlen und Nutzer im Regen stehen lassen, dürfte dem Ruf ihrer Angebote langfristig wenig zuträglich sein.

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