Sa, 18. November 2017

Kritik aus Ukraine

06.03.2015 15:12

Geht es Firtasch bei Agentur nur um Imagepflege?

Die von Ex-Vizekanzler Michael Spindelegger geleitete "Agentur zur Modernisierung der Ukraine" wird von ukrainischen Politikern kritisch gesehen. Es handle sich um den Versuch des Oligarchen Dmytro Firtasch, seine Reputation wiederherzustellen und seine Auslieferung an die USA zu verhindern, sagte der Regierungsabgeordnete Serhij Leschtschenko in Kiew.

"Aus meiner Sicht ist das von Firtaschs Seite einfach der Versuch, seine Reputation wiederherzustellen und künstlich Grundlagen für eine Diskussion zu schaffen, dass er nicht dem FBI übergeben werden soll, sondern als besonders wertvoller Beamter in die Ukraine zurückkehren sollte", betonte der Mandatar des Blocks von Präsident Petro Poroschenko.

Agentur als PR-Trick?
Ähnlich äußerte sich auch die proeuropäische Abgeordnete Wiktorija Wojzizka. Firtasch und Genossen würden mit der Agentur "versuchen, Wohlgefallen und Loyalität in Europa und insbesondere in Österreich zu erkaufen, um eine Auslieferung in die USA zu verhindern", sagte die Abgeordnete der westukrainischen Partei "Samopomitsch" (Selbsthilfe) im Radiosender "Swoboda". Wojzizka sieht die Agentur als PR-Trick, um sich von den Korruptionsvorwürfen "reinzuwaschen".

Die Agentur war am Dienstag bei einem Kongress unter dem Titel "Ukraine Tomorrow" in Wien vorgestellt worden. Internationale ehemalige und jetzige Spitzenpolitiker berieten dort über einen Modernisierungsplan für die bürgerkriegsgeschüttelte Ukraine. Zu den Hauptinitiatoren der neuen Organisation gehört auch der französische Philosoph Bernard-Henry Levy. Für einzelne Arbeitsbereiche der Agentur wurden unter anderem der ehemalige deutsche EU-Kommissar Günter Verheugen und der frühere französische Außenminister Bernard Kouchner gewonnen.

Firtasch derzeit in Wien "gefangen"
Als Motor der Bemühungen um die neue Ukraine-Agentur wurde allseits der ukrainische Industrielle Firtasch gelobt. Dieser ist dem Vernehmen nach auch der Hauptfinanzier der Initiative. Der Milliardär wartet derzeit in Wien auf den Abschluss seines Auslieferungsverfahrens an die USA. Die US-Justiz hat einen Haftbefehl wegen des Verdachts der Bestechung und der Beteiligung an einer kriminellen Vereinigung gegen ihn ausgestellt. Firtasch war im März 2013 am Sitz seiner österreichischen Firmenniederlassung verhaftet, später aber gegen eine Rekordkaution von 125 Millionen Euro auf freien Fuß gesetzt worden.

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