Mo, 20. November 2017

Mobil-Underdog

06.03.2015 08:21

BQ Aquaris E4.5: So fühlt sich das Ubuntu Phone an

Der Markt für mobile Betriebssysteme ist fest in US-Hand: Android, iOS und Windows Phone haben den Markt weitgehend unter sich aufgeteilt, Herausforderer sind rar. Einer von ihnen ist der britische Linux-Spezialist Canonical mit der Smartphone-Variante seines Betriebssystems Ubuntu. Die ist nun so weit gediehen, dass der kleine spanische Smartphone-Hersteller BQ mit dem Aquaris E4.5 das erste Ubuntu Phone auf den Markt gebracht hat. Wie es sich anfühlt, hat krone.at auf dem Mobile World Congress in Barcelona ausprobiert.

Die Hardware des 200-Euro-Smartphones von BQ ist im Einsteigerbereich angesiedelt. Das Display misst 4,5 Zoll in der Diagonale und löst mit 960 mal 540 Pixeln auf. Für den nötigen Vortrieb sorgt ein MediaTek-Chip mit vier je 1,3 Gigahertz schnellen Rechenkernen und das RAM ist ein Gigabyte groß. Der intern verfügbare Speicher ist acht Gigabyte groß und kann mittels microSD-Karte erweitert werden. Die Akkukapazität beträgt 2.150 Milliamperestunden, gefunkt wird über N-WLAN, Bluetooth 4.0 und HSPA+. Eine Acht-Megapixel-Kamera am Heck und eine Fünf-Megapixel-Cam an der Front sind ebenfalls vorhanden.

Weit fortgeschritten, aber noch kein PC-Ersatz
Die Hardware im schlichten Kunststoffgehäuse ist demnach nichts Besonderes. Die Software hingegen schon, handelt es sich doch um das erste Ubuntu-Phone Europas im regulären Verkauf. Die Linux-Variante kommt mit einem Bedienkonzept, das sich deutlich von anderen Systemen unterscheidet, verfügt aber noch nicht über alle Features, die mit Ubuntu Phone möglich sein sollen. Als PC-Ersatz, der beim Anschluss an den PC in den Desktop-Modus wechselt, dient das Aquaris noch nicht. Wie uns Ubuntu-Entwickler in Barcelona erklärt haben, soll dies aber mit den nächsten Versionen ihrer Linux-Version möglich werden.

Bei Ubuntu Phone stehen Scopes im Zentrum
Schon jetzt ist klar erkennbar, dass Ubuntu Phone bei der Bedienung eigene Wege geht. Statt eines Homescreens voller Verknüpfungen und Widgets, einer App-Übersicht oder bunten Kacheln begrüßt den Nutzer beim Entsperren eines Ubuntu-Phones ein sogenanntes Scope. Dabei handelt es sich um thematisch getrennte Übersichtsseiten, welche die wichtigsten Infos aus den verschiedenen installierten Apps übersichtlich aufbereiten. Am standardmäßig als Startbildschirm eingestellten Scope zeigt das Aquaris so beispielsweise Informationen über neue Nachrichten, Termine und andere Organizer-Inhalte dar. Wie das in der Praxis aussieht, zeigt dieses Video:

Verschiedene Scopes für unterschiedliche Themen
Wischt der Nutzer zur Seite, gelangt er in das nächste Scope. Zur Auswahl stehen dabei verschiedene Themenbereiche. Im Musik-Scope beispielsweise laufen Infos aus Streaming-Apps und Playern zusammen, ein anderes Scope informiert auf Basis des aktuellen Standorts über die interessantesten Dinge in der Umgebung – etwa Restaurants oder Sehenswürdigkeiten. Die Informationen bezieht das Betriebssystem über eine Programmierschnittstelle aus verschiedenen Anwendungen – bei Sehenswürdigkeiten beispielsweise aus Wikipedia, bei Restaurants aus Yelp. Ein Nachrichten-Scope gibt es ebenfalls: Hier kann der Nutzer mittels RSS-Feeds sein persönliches Magazin zusammenstellen.

App-Starter erinnert an Ubuntu für Desktops
Während die Scopes im Mittelpunkt stehen, tritt die App-Übersicht bei Ubuntu Phone in den Hintergrund. Es gibt sie zwar, die meistgenutzten Anwendungen werden jedoch über eine Startleiste geöffnet, die anpassbar ist und durch einen Wisch am linken Bildschirmrand aufgerufen wird. Einen Benachrichtigungsbereich gibt es ebenfalls. Er erinnert ein wenig an sein Android-Pendant, enthält Shortcuts zur Hardwaresteuerung und wird durch einen Wisch am oberen Bildschirmrand geöffnet. Insgesamt bedarf das Ubuntu-Bedienkonzept zwar ein bisschen Eingewöhnungszeit, es wirkt nach unseren ersten Tests aber durchdacht.

Online-Verkauf in Österreich startet bald
Wie BQ gegenüber krone.at angekündigt hat, wird der Verkauf des Aquaris E4.5 in Österreich schon bald über den hauseigenen Online-Shop starten. Hierzulande will man die Aquaris-Version mit einem Gigabyte RAM und acht Gigabyte internem Speicher für 169 Euro anbieten. Ein Testgerät des ersten Ubuntu Phones wurde krone.at bereits zugesagt. Ein ausführlicher Test folgt, sobald es in unserem Testlabor eingetroffen ist.

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