Mo, 20. November 2017

Wasserhähne geklaut

05.03.2015 10:13

Deutsche lachen über „undichte Stelle“ beim BND

Ausgerechnet der Bundesnachrichtendienst ist jetzt in Deutschland Opfer dreister Diebe geworden: Unbekannte setzten den Neubau des BND in Berlin durch den Diebstahl von Wasserhähnen unter Wasser - und verursachten damit auf der eigentlich als gut gesichert geltenden Baustelle einen Millionenschaden. Die Ermittler können auch ein politisches Motiv hinter der Tat nicht ausschließen. Im Internet sorgt die "undichte Stelle" beim Geheimdienst unter den Hashtags #watergate und #BNDLeaks unterdessen für große Erheiterung.

Nach ersten Ermittlungen sollen der oder die Täter Dienstag früh in das in Bau befindliche Gebäude eingedrungen sein. Wie die "Berliner Zeitung" schrieb, seien in den oberen Stockwerken des BND-Neubaus die Wasserhähne entfernt worden, wodurch sich große Mengen Wasser über die darunter liegenden Etagen ergossen hätten.

Das Wasser lief unter anderem in Kabelschächte und Zwischendecken. "Da die Leitungen unter Druck standen, drang Wasser durch die Zwischendecken, zerstörte Türen, Elektrik und Sicherheitstechnik", beschrieb ein Polizeisprecher gegenüber der "Bild" das Ausmaß des Schadens.

Zehntausende Liter Wasser ausgetreten
Es dürften Zehntausende Liter Wasser gewesen sein, die sich in dem Gebäude ergossen haben, bis der Diebstahl und seine Folgen schließlich am Dienstagnachmittag gegen 15 Uhr entdeckt wurde. "Bei einem Druck von drei bis vier Bar strömen 1.300  Liter pro Stunde aus einer offenen Leitung", so Stephan Natz , der Sprecher von Berlinwasser, gegenüber der "Bild".

Die Polizei schätzt den Schaden auf Millionenhöhe, die genaue Schadensaufnahme dauere allerdings noch an. Wegen des enormen Schadens ermittle die Polizei nicht nur wegen Sachbeschädigung, sondern wegen der Zerstörung von Bauwerken.

Polizei vermutet Inside-Job, auch Polit-Motiv denkbar
Fraglich ist vor allem, wie der oder die Täter trotz Wachleuten, Sicherheitsschleusen und Kameras in den Neubau des Bundesnachrichtendienstes eindringen konnten. Nach Information der "Berliner Zeitung" konnte die Polizei keine Einbruchsspuren feststellen. Es wird vermutet, dass der oder die Diebe zu einer beteiligten Firma gehören.

Ein Ermittler ging sogar so weit, zu erklären, dass der Wasserschaden bewusst verursacht worden sein könnte. Da in Berlin schon mehrfach Baustellen aus Protest gegen Wohnraumspekulation und steigende Wohnkosten geflutet wurden, sei ein politisches Motiv denkbar. Der Wasserhahn-Coup könnte nun jedenfalls Bauverzögerungen zur Folge haben.

Die neue Zentrale des Bundesnachrichtendienstes in Berlin wird bereits seit Oktober 2006 gebaut. Bau- und Umzugskosten belaufen sich mittlerweile auf mehr als 1,3  Milliarden Euro und sorgen in der deutschen Bundeshauptstadt immer wieder für Diskussionen. Vor einem Jahr zogen die ersten Mitarbeiter in ihre neuen Büros, 2016 sollen dann alle BND-Beamten umziehen.

#watergate: Spott und Häme für "undichte Stelle" beim BND
Und weil sich der Geheimdienst infolge der NSA-Affäre derzeit bei den Deutschen nicht gerade großer Beliebtheit erfreut, erntete er nach dem Diebstahl im Internet erst recht eine ordentliche Portion Spott und Häme. Auf Twitter lästern zahlreiche User unter dem Hashtag #watergate über den Wasserschaden auf Deutschlands eigentlich am besten gesicherten Baustelle. Von einer "undichten Stelle" über "BNDLeaks" bis hin zu "Bundesnassrichtendienst" reichen die Scherze der User.

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