Di, 17. Oktober 2017

Faszination Aquarium

05.03.2015 10:00

Stimmung von Fischen erkennt man an ihrer Farbe

Wer einen Blick in ein Süß- oder Meerwasseraquarium wirft, kann einzigartige Farbenspiele entdecken: bunt schillernde Regenbogenfische oder blau-weiß gestreifte Zebrabärblinge, leuchtende Gelbe Segelflossendoktoren oder Fischarten, die wie Silber glänzen. Andere wiederum sind schlammfarben oder schwarz. Fische können sogar plötzlich ihre Farbe wechseln. Aber wie entsteht diese Farbvielfalt und wozu dient sie? Können Fische überhaupt Farben erkennen?

"Farben spielen für Fische unter anderem bei der Partnerwahl eine wichtige Rolle", sagt Ellen Thaler vom Institut für Zoologie an der Universität Innsbruck. "Paarungsbereite Männchen wechseln ihre 'Alltagsfarbe' dann in eine auffällige Balzfärbung, um Weibchen zu beeindrucken. Fische sind zudem viel farbtüchtiger als wir Menschen, selbst die feinsten Farbunterschiede nehmen sie wahr. Sogar schwarze Fische sehen für den Artgenossen bunt aus."

Nur vier Farbzellen im Fischkörper
Die Farben von Fischen basieren auf nur vier Farbzellen, den sogenannten Chromatophoren. Es sind die Farben Schwarz, Rot, Gelb und Weiß. Weiß entsteht durch die Einlagerung von Kristallen in die Haut, die aus Guanin bestehen, einer Aminosäure. Diese Kristalle reflektieren das einfallende Licht, dadurch erscheint dieser Bereich für sich genommen weiß. Zusammen mit den anderen Farbzellen entstehen alle weiteren Farben, insbesondere jene mit einem metallischen Glanz – bis hin zu Silber.

Farben dienen als Signale an Artgenossen
Die schwarzen, roten und gelben Chromatophoren können innerhalb kurzer Zeit ihre Form verändern und damit auch ihre Farbe. Diese sogenannte Schreckfärbung passiert motivations- und hormongesteuert und signalisiert Unterschiedliches: "Will beispielweise ein Fisch von einem Putzerlippfisch geputzt werden, trägt er eine Putzaufforderungs-Farbe. Ärgert er sich über einen Rivalen, ändert sich seine Farbe in eine Zornfärbung. Wird er angegriffen, ändert sich seine Motivation dahingehend, möglichst nicht aufzufallen, und er ändert seine Färbung entsprechend", erläutert die Wissenschaftlerin.

Auch Verhalten und Duftstoff dienen der Kommunikation
Noch bunter geht es bei den Korallenfischen zu: Sie sind zu etwa 70 Prozent Hermaphroditen (Geschlechtsumwandler), damit sind ihrer Farbwechselaktivität ohnehin keine Grenzen gesetzt. Sie werden als Männchen geschlechtsreif und werden später zu Weibchen. Manche Korallenfische, die simultanen Hermaphroditen, sind sogar gleichzeitig männlich und weiblich. Doch so wichtig Farben für Fische auch sind: Bei der Fischkommunikation spielen natürlich auch andere Faktoren wie Verhaltensänderungen und aller Wahrscheinlichkeit nach auch Duftstoffe eine bedeutende Rolle.

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