Di, 21. November 2017

„Keine Manipulation“

04.03.2015 20:06

Hypo-Abbaubank beharrt: Bilanzen waren korrekt

Der Vorstand der Hypo-Abbaueinheit Heta wehrt sich gegen den Vorwurf, die Bilanzen der früheren Jahre seien "durch ungesetzliche Manipulationen" geschönt oder gar gefälscht gewesen. Verschiedene Experten und Politiker hatten diesen Vorwurf erhoben, nachdem das Finanzloch kürzlich auf bis zu 7,6 Milliarden Euro nahezu verdoppelt worden war. "Heta behält sich vor, gegen rechtswidrige Behauptungen gerichtlich vorzugehen", hieß es in einer Aussendung der Heta am Mittwochabend.

Auch die früheren Abschlüsse seien von Wirtschaftsprüfern geprüft und uneingeschränkt testiert. Außerdem habe es Ergänzungen der Prüfer mit Hinweisen zu Risiken gegeben. Allerdings habe man die Hypo-Vermögen nun als Abbaueinheit Heta nach ganz anderen Ansätzen bewerten müssen.

Vorstand erklärt, wie Finanzloch entstanden ist
Insbesondere gelte nun der "raschestmögliche Portfolioabbau" und die ehestmögliche Abwicklung der Gesellschaft als Grundlage der Bewertung. Die Neubewertung unterstelle einen beinahe vollständigen Portfolio- und Bilanzabbau in den nächsten fünf Jahren. Die neue Verlusterwartung von 5,1 bis rund 8,7 Milliarden Euro ergebe bei einem Kapital von 1,1 Milliarden daher eine vermögensmäßige Unterdeckung von rund vier bis rund 7,6 Milliarden.

Wie der Heta-Vorstand betonte, hätten sich die jüngsten Probleme vor allem durch die lang anhaltende Rezession in den Ländern Südosteuropas, die Abschläge wegen der zügigen Platzierung des Portfolios am Markt und die gestiegenenen Vorsorgen für Kredite in Schweizer Franken ergeben. Außerdem musste die "Bad Bank" auch für andere Risiken und Gewährleistungen Vorsorge treffen.

Bayern werfen Österreich "griechische Finanztricks" vor
Aus der bayrischen Landespolitik kommen derzeit zum Teil heftige Wortspenden zur aktuellen Hypo-Situation. So warfen am Dienstag Mitglieder der Oppositionspartei "Freie Wähler" Österreich Finanztricks à la Griechenland vor. "In der Vergangenheit hat die Republik Österreich durch fragwürdige Tricks wie einem Entschuldungsgesetz mit faktischer Enteignung ihre Skandalbank Hypo Alpe Adria von Verbindlichkeiten zu befreien versucht. Nun versucht man offenbar - ähnlich wie die griechische Regierung -, für die Bank einen Schuldenschnitt zu erreichen", echauffierte sich der Bankenexperte der Landtagsfraktion, Bernhard Pohl. Das sei "in höchstem Maße unseriös und eines EU-Mitgliedstaates nicht würdig."

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