Mo, 23. Oktober 2017

Gleichstellung

03.03.2015 22:34

Slowenisches Parlament stimmte für Homo-Ehe

Slowenien wird die Zivilehe auch für homosexuelle Paare einführen. Eine entsprechende Gesetzesänderung, mit der die Partnerschaften von Schwulen und Lesben vollständig mit der traditionellen Ehe zwischen Mann und Frau gleichgestellt werden, wurde am Dienstagabend im Parlament verabschiedet. Für die Homo-Ehe stimmten 51, dagegen 28 Abgeordnete. An der Abstimmung nahmen 84 von insgesamt 90 Mandataren teil.

Das novellierte Gesetz sieht eine komplette Gleichstellung von homosexuellen Partnerschaften vor, auch was das Adoptionsrecht angeht. Die legistische Lösung dafür ist simpel: Die Ehe wird als Verbindung zweier Personen ungeachtet des Geschlechts definiert.

"Slowenien tritt ins 21. Jahrhundert ein"
Mit Slowenien führt nun erstmals auch ein postkommunistisches Land die gleichgeschlechtliche Ehe ein. Mit der Abschaffung einer systematischen Diskriminierung von homosexuellen Paaren mache sein Land den Schritt in Richtung einer toleranten und inklusiven Gesellschaft, sagte Matej Vatovec von der Partei Vereinigte Linke in einer mehr als sechsstündigen Parlamentsdebatte. "Heute tritt Slowenien ins 21. Jahrhundert ein", fügte er hinzu.

Familienministerin Anja Kopac Mrak betonte, dass die Gesetzesnovelle niemandem etwas wegnehme, sondern die Rechte und Pflichten einer Ehe auch auf Homosexuelle ausweite. "Fast alle EU-Länder haben bereits die Rechte von Homosexuellen geregelt. Es ist richtig, dass sich Slowenien ihnen anschließt", sagte sie.

Vehement gegen die Gleichstellung waren neben den konservativen Oppositionsparteien auch die katholische Kirche und konservative Bürgerinitiativen. Die Gegner, versammelt in dem Bündnis "Es geht um die Kinder", hielten am Dienstag eine Kundgebung vor dem Parlament ab.

Gegner kündigten Volksabstimmung gegen Novelle an
Medienberichten zufolge protestierten mehrere Tausend Menschen gegen die Homo-Ehe, insbesondere aber gegen das Adoptionsrecht. Die Gegner kündigten bereits eine Volksabstimmung gegen die Gesetzesnovelle an, wofür sie 40.000 Wählerstimmen sammeln werden müssen.

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