Di, 21. November 2017

220 Jobs futsch

03.03.2015 18:39

Carbo Tech baut Mitarbeiter ab

Jetzt trifft es einen Pionierbetrieb: der Automobil-Zulieferer Carbo Tech muss bis zum Sommer 120 fixe und 100 Leiharbeiter abbauen. Weil zwei Großaufträge auslaufen, blieb der Unternehmensleitung keine andere Wahl. Der Standort Salzburg sei aber abgesichert. Es soll wieder mehr in Forschung investiert werden. Eigentümer und Betriebsrat wollen die Kündigungen jetzt sozial abfedern.

Carbo Tech, 1993 von Karl Wagner gegründet, hat sich als Pionier in der Herstellung von kohlefaserverstärkten Bauteilen für die Automobilindustrie weltweit einen Namen gemacht. Die Firma Mubea stieg schließlich als 100 Prozent-Eigentümer ein. Vor zwei Jahren wurde die Belegschaft in Salzburg für zwei spezielle Aufträge erhöht: Carbo Tech stellte für den Porsche 918 und den VW XL 1 spezielle Fahrgestelle in Leichtbauweise mit Sicherheitsfahrgastzelle her. Jetzt läuft die Fertigung aus und am Markt zeichnen sich keine neuen Aufträge ab.

"Wir haben Tag und Nacht gekämpft. Leider sind wir dazu gezwungen, die Belegschaft auf den ursprünglichen Stand zu reduzieren", überbringt Carbo Tech-Manager Bernhard Spielvogel die bittere Botschaft. Von insgesamt 612 Mitarbeitern müssen 120 fixe Kräfte und 100 Leiharbeiter bis zum Sommer gehen. Betroffen sind viele gelernte Handwerker und zum Teil auch Hilfsarbeiter. Sie sind im Durchschnitt 30 bis 35 Jahre alt und seit drei Jahren im Unternehmen. "Die Nachricht ist noch sehr frisch. Unsere Personalabteilung und der Betriebsrat beraten derzeit noch, was wir für die Betroffenen alles tun können", berichtet Spielvogel über einen Sozialplan. Landeshauptmann Haslauer und die AK haben schon Hilfe zugesagt.

Standort Salzburg nicht in Gefahr
Carbo Tech investiert aber weiter in die Zukunft und startet schon den nächsten Eroberungszug am umkämpften Markt. Die Sparte der Carbonfelgen-Leichtbauräder soll noch wachsen. "Wir planen in Salzburg eine Serienfertigung von 20.000 Rädern pro Jahr", informiert Spielvogel. Er rechnet Ende 2016 mit großen Aufträgen in diesem Bereich. "Der Markt hat sich nicht so schnell entwickelt, wie wir uns erhofft haben." Die Carbon-Vision für Autoteile bleibe aber eine wachsende Branche. "Es geht um viel Einsparungpotential bei CO2." Auch Forschung und Rennsport sollen wachsen. Am Zweitstandort in Tschechien beschäftigt Carbo Tech noch einmal rund 200 Mitarbeiter. Weitere Verlagerungen in billigere Produktionsbedingungen seien nicht geplant.

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