Fr, 15. Dezember 2017

Frühlingszeit

03.03.2015 18:47

Hochsaison für die Chirurgen

Mit dem Frühling kommen auch die Patienten! 118 abgetrennte Gliedmaßen wurden allein im Vorjahr an der Grazer Uniklinik – einem der größten Transplantationszentren Österreichs – wieder angenäht. Und die Experten mahnen zur Vorsicht: Kreissägen und Holzspaltgeräte sind unsere gefährlichsten „Feinde“.

"Ich hab ein Blackout gehabt" – so erklärt Patient Dietmar Konrad, erfolgreicher steirischer Bauunternehmer, seinen Unfall vor einer Woche: Bei Arbeiten mit dem Holzspalter wollte er einen Holzbloch nicht umfallen lassen, "also hab ich hingegriffen". Und dann sah er schon seinen Daumen auf dem Boden liegen…

Richtig gehandelt
Trotz des Schocks handelte er goldrichtig: "Ich hab den Traktor abgestellt, den Daumen geschnappt und die Rettung angerufen. Dort hat mir der Herr sehr gut erklärt, was ich mit dem Daumen machen soll." Nämlich: bloß nicht direkt auf Eis legen, wie es viele machen, "die Frierschäden können ihn wertlos machen", weiß Lars-Peter Kamolz, Leiter der Plastischen Chirurgie. Überhaupt sei ein "vernünftiger" Patient zu einem Drittel für den Erfolg des Eingriffs verantwortlich, betont Thomas Rappl, der Dietmar Konrad sechs Stunden lang operierte. "Zu einem Drittel ist es der Chirurg, ein Drittel entfällt auf die Nachbehandlung". Mit der fängt Konrad ("Ich weiß, was ich für ein Riesenglück hab, dass das so ausgegangen ist") jetzt an, sein rechter Daumen sollte, prognostiziert Chirurg Ivo Justich, mit einer kleiner Einschränkung wieder gut funktionieren.

Vorsichtig sein
Alle drei Experten warnen davor, Schutzmechanismen an Kreissägen und Co. zu missachten und appellieren, nie bei Müdigkeit zu arbeiten: "Das letzte Scheitl Brennholz ist oft das gefährlichste."

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